18.05.2020

Reha mit virtueller Realität

Bielefeld – Mit 3-D-Technik und virtueller Realität wollen Neurowissenschaftler des Instituts CITEC der Universität Bielefeld Betroffene von Muskel-Skelett-Verletzungen unterstützen, schneller wieder fit zu werden.

„Vercury“ heißt das Projekt, das für eineinhalb Jahre mit 240.000 Euro durch die Förderlinie „Startup-Transfer.NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert wird. Kern des Unterfangens: die Entwicklung einer Virtual-Reality-Plattform, die auf die individualisierten Bewegungsmöglichkeiten der Patienten abgestimmt ist und auf diese Weise ihre Rehabilitation außerhalb der Physiotherapie unterstützt. Dafür arbeiten die Bielefelder Neurowissenschaftler laut einer Mitteilung mit der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Evangelischen Klinikum Bethel zusammen.

„Mit unserem System können die Patient selbstständig Bewegungen trainieren, indem sie die in der Rehabilitationseinrichtung durchgeführten Übungen wiederholen“, sagt Projektleiterin Dr. Rümeysa Gündüz Can. „Indem das System das Training dokumentiert, gewinnen Ärzte und Physiotherapeuten einen objektiven Überblick über den Rehabilitationsfortschritt. Auch die Patienten können ihren Genesungsfortschritt kontrollieren.“ Das System stelle sich auf die Nutzer individuell ein. Behandelt werden sollen zunächst vor allem junge Patienten, die aufgrund von Unfällen schwere Verletzungen erlitten haben und eine umfassende Rehabilitation benötigen, bevor sie wieder ihrem täglichen Leben nachgehen können. Im vergangenen Jahr entwickelten die Forscher bereits eine funktionierende Demonstration ihrer Idee, die sie auf Veranstaltungen und Konferenzen in Europa vorstellten. Dafür befragten und testeten sie auch 16 Patienten vom Zentrum für ambulante Rehabilitation in Bielefeld und vom Evangelischen Klinikum Bethel am Beginn und am Ende ihrer Rehabilitation. Zunächst wird das System nur in Kliniken und Krankenhäusern getestet, langfristig soll es aber auch zu Hause angewendet werden können.
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