19.03.2018

Regelschmerzen: Frauen profitieren von Akupressur per App

Berlin – Regelschmerzen lassen sich mit Akupressur nachhaltig reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Besonders attraktiv für junge Frauen ist dabei die Selbsthilfe per Smartphone-App.

Regelschmerzen: Frauen profitieren von Akupressur per AppDas Forscherteam wollte herausfinden, ob sich die Beschwerden bei 18- bis 34-jährigen Frauen mit starken Regelschmerzen durch die Selbstakupressur nachhaltiger reduzieren lassen als mit der alleinigen Normalversorgung, beispielsweise mit Schmerztabletten oder hormonellen Kontrazeptiva. Dafür wurden die 221 Teilnehmerinnen den zwei Studiengruppen zufällig zugeteilt: Beide Gruppen erhielten eine Studien-App inklusive einer kurzen Einweisung. Nur die Interventionsgruppe bekam mit App „Luna“ eine Version, die die Selbstakupressur kurz vor und während der Menstruation anleitete. „Ursprünglich wollten wir nur eine Studie zu Selbsthilfeverfahren bei Regelschmerzen durchführen. Wir hatten aber betroffene Frauen schon bei der Planung mit einbezogen und diese haben sich eine App gewünscht“, berichtet Studienleiterin Prof. Dr. Claudia Witt. Die App habe den Probandinnen geholfen, eine einfache Selbstakupressur von drei Akupunkturpunkten durchzuführen.
Nach drei Monaten in der Akupressurgruppe erreichten 37 Prozent der Teilnehmerinnen eine 50-prozentige Schmerzreduktion. Nach sechs Monaten waren es mit 58 Prozent sogar mehr als die Hälfte. In der Kontrollgruppe waren es zu beiden Zeitpunkten rund 25 Prozent der Teilnehmerinnen. Zudem musste die Akupressurgruppe weniger Schmerzmedikamente einnehmen und berichtete insgesamt über eine geringere Schmerzintensität.
„Wir waren erstaunt, dass nach sechs Monaten noch zwei Drittel der Teilnehmerinnen die Selbstakupressur weiterhin durchführten. Bisher ist der medizinische Nutzen von Apps wenig untersucht und nur für einige von ihnen wurden überhaupt randomisierte kontrollierte Studien durchgeführt“, sagt Dr. Daniel Pach. Er ergänzt: „Wir konnten zeigen, dass sich auch eine App gut in einer klinischen Studie untersuchen lässt.“
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