21.08.2019

Reanimationsmatte erleichtert Herzdruckmassage

München – Nur 15 Prozent der Menschen trauen sich eine Herzdruckmassage bei einer Person mit Herzstillstand zu. Die Reanimationsmatte Rescue Aid soll Ersthelfern das Wiederbeleben erleichtern. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung (ISC) Würzburg und Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München haben sie entwickelt.

Die Forscher um Dr. Holger Böse, wissenschaftlich-technischer Leiter des Center Smart Materials am ISC, stellen sich den Einsatz von Rescue Aid so vor: Ein Ersthelfer legt die Matte aus Silikon in Form eines menschlichen Torsos auf den Oberkörper der Person mit Herzstillstand. Verformungssensoren messen in der Matte die Drucktiefe. Sie sind aus weicher Folie, sodass sich der Helfer nicht verletzt. „Diese registrieren den Verlauf des Druckvorgangs“, erläutert Böse. Die Informationen geben die Sensoren über Kabel an die Elektronik und LEDs in einem Kästchen am oberen Mattenrand weiter. Ein Lichtcode zeigt an, ob der Helfer ausreichend drückt. Dann leuchten die grünen Lichter. Rote Leuchten signalisieren, dass der Druck zu stark war. Der Helfer kann die Drucktiefe seiner Hände ständig prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Ein akustisches Signal im Kästchen gibt den Rhythmus der Herzdruckmassage vor. Dass das Rescue Aid funktioniert, haben die Forscher um Böse bei Tests mit einer Puppe für Wiederbelebungstrainings nachgewiesen.
„Aus Angst vor Fehlern unternehmen viele gar nichts oder führen die Herzdruckmassage zu zaghaft aus“, erklärt Böse. Rescue Aid vereinfache die Reanimation und helfe, sie richtig auszuführen. So lasse sich die Überlebensrate bei Herzstillstand verbessern. Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaften München haben die Matte entwickelt. Die Elektronik sei einfach, sodass sie kostengünstig gefertigt werden kann. „Wir können uns gut vorstellen, dass Rescue Aid künftig fester Bestandteil eines Erste-Hilfe-Sets ist“, sagt Böse.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter