16.09.2020

Qualitätssicherung mit Künstlicher Intelligenz

Saarbrücken/Homburg – Transplantierte Hornhaut weist in vier bis fünf Prozent der Fälle warzenförmige Veränderungen auf, die zu Sehstörungen führen können. Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz und der Universitätsaugenklinik des Saarlandes wollen einen Algorithmus entwickeln, um die Veränderungen schon im Vorfeld einer Operation zuverlässig zu erkennen.

Die warzenförmigen Veränderungen, die auch Guttae genannt werden, behindern die Funktion der Endothelzellen in der Hornhaut, wodurch diese an Transparenz einbüßen kann. Die Folge sind irreversible Sehstörungen, die wiederum eine erneute Transplantation notwendig machen. Weil die gefährlichen Veränderungen bei der invertierten Spiegelmikroskopie, die vor jedem Eingriff durchgeführt wird, manchmal unentdeckt bleiben, wollen die Forscher nun Künstliche Intelligenz nutzen, um morphologische Veränderungen in der Hornhaut zuverlässiger ausfindig zu machen und damit ihre Eignung für eine Transplantation besser beurteilen zu können. Ein Algorithmus soll mikroskopisch erhobene Bilddaten der Hornhäute auswerten und mithilfe einer Datenbank alarmierende Abweichungen bei Kriterien wie Form, Farbe und Struktur der Zellen feststellen. Die Wissenschaftler verbinden große Hoffnungen mit dem Verfahren: „Durch den Einsatz dieser fortschrittlichen Technologie als Bildanalyse- und -erkennungswerkzeug könnte ein Meilenstein in der Qualitätssicherung von Hornhautspendergewebe erreicht werden“, sagt Prof. Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter