21.02.2020

Prostatakrebs: Rückfallkontrolle ist ambulant möglich

Berlin – Wie funktioniert die zur Kassenleistung gewordene PSMA-Pet, mit der bei Männern nach einer Prostatakrebs-Behandlung schnell geklärt werden kann, ob es zu einem Rückfall gekommen ist? Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) erklärt die Präzisions-Diagnostik.

Nach der Krebstherapie ist der Tumor nicht immer besiegt. Bei einigen Männern kommt es später erneut zu einem Anstieg des Werts des Prostata-spezifischen Antigens (PSA). „In diesem Fall kann eine PSMA-Positronen-Emissions-Tomographie oder PET zeigen, ob es zu einem Rückfall gekommen ist und wo sich die Krebsnester befinden“, sagt BDN-Vorsitzender Prof. Detlef Moka. „Die Untersuchung wird heute in der Regel mit einer Computertomographie, CT, kombiniert, die eine genauere Lokalisierung der Krebszellen ermöglicht.“
Und so funktioniert die Bildgebung: Zu Beginn der PSMA-PET/CT wird dem Patienten ein sogenannter Tracer in eine Vene gespritzt. Der Tracer spürt Krebszellen auf und heftet sich auf deren Oberfläche an das Prostata-spezifische-Membran-Antigen (PSMA). Weil der PSMA-Tracer mit dem Radionuklid 68Gallium (68Ga) oder 18Fluor (18F) versehen ist, deren Strahlung vom PET aufgefangen wird, macht er die Krebszellen sichtbar. „Im PET erscheinen die Krebszellen dann als Farbflecken auf dem Graustufenbild des CT“, so Moka. Die Untersuchung dauert einschließlich der Vorbereitung etwa 90 bis 120 Minuten. Die Vorteile des PSMA-PET bestehen darin, dass frühzeitig mit der Planung für eine weitere Behandlung begonnen werden kann. Denn bei einem Rückfall im Operationsgebiet oder auch bei einzelnen Metastasen ist häufig eine Bestrahlung möglich. „Diese sogenannte Salvage-Strahlentherapie kann den Tumor erneut über längere Zeit zurückdrängen“, sagt Moka.
Die PSMA-PET/CT wird von zahlreichen Universitätskliniken und einigen niedergelassenen Nuklearmedizinern angeboten, die sich an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung für urologische Tumoren beteiligen.
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