26.01.2015

Prostata-Operation: Studie zu DaVinci-Robotereinsatz gestartet

Leipzig (pag) – Die Urologen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) starten eine Studie zum Vergleich zweier moderner OP-Verfahren bei Prostatakrebs. Untersucht wird dabei erstmals auch der Effekt des DaVinci-OP-Roboter-Einsatzes.

„Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes, mit steigenden Erkrankungszahlen“, erklärt Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der UKL-Klinik für Urologie. Oftmals sei eine Operation unumgänglich, um den Krebs aufzuhalten. Mit welchem Verfahren die für den Patienten besten Ergebnisse erzielt werden können, soll die jetzt am UKL gestartete Studie herausfinden.
Untersucht werden dazu 780 Patienten an vier Zentren in Deutschland über insgesamt fünf Jahre. Neben dem Uniklinikum Leipzig als Initiator und Leiter der Studie beteiligen sich die Unikliniken Düsseldorf und Heidelberg sowie das Klinikum Dortmund. Verglichen werden die Ergebnisse von Prostatakrebs-Operationen, bei denen der Roboter zum Einsatz kam, mit den Ergebnissen nach herkömmlichen laparoskopischen Prostataoperationen.
„Das ist die erste umfassende randomisierte Studie zum Einsatz des DaVinci-Roboters in der Prostatachirurgie“, erklärt Dr. Sigrun Holze, Projektleiterin am UKL. Untersucht wird dazu der Effekt der zwei Verfahren auf wichtige Funktionen wie Kontinenz und Potenz, aber auch auf Lebensqualität und Zufriedenheit der Patienten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das onkologische Ergebnis.
Es fehlen bisher Studien, die die DaVinci-Methode mit der konventionellen „Schlüssellochmethode“ unter höchstem wissenschaftlichen Standard vergleichen. „Wir wollen detailliert untersuchen, welche Vorteile der Einsatz des OP-Roboters unseren Patienten bringt“, beschreibt der DaVinci-Experte Stolzenburg die Ausgangssituation. „Da dies ein neueres Verfahren ist, gibt es bisher kaum Untersuchungen zu den Langzeiteffekten“, ergänzt Holze. „Das soll unsere Studie nun ändern.“ Dazu werden die Patienten bis zu 36 Monate nach der Operation regelmäßig untersucht, um Effekte und Wirksamkeit des Eingriffs überprüfen zu können. Entsprechend rechnen die Mediziner mit ersten Ergebnissen in etwa drei Jahren.
Die Studie wird mit knapp einer Million Euro durch die Deutsche Krebshilfe gefördert.

„DaVinci“ gilt als die modernste Entwicklung auf dem Gebiet der minimal-invasiven Operationen. Bei diesem System sitzt der operierende Arzt an einem Computerarbeitsplatz. Von dort aus steuert er spezielle Instrumente, die über kleine Schnitte in das Innere des Körpers eingebracht werden.
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