18.05.2020

Prostata-Krebs: KI-basierte Diagnostik im MRT

Jena – Ein kostensparendes, auf künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Assistenzsystem zur MRT-Diagnose von Prostatakrebs wollen das Universitätsklinikum Jena und die FUSE-AI GmbH entwickeln.

Beide haben jetzt eine entsprechende Kooperation gestartet, die die Validierung eines Deep-Learning-basierten Assistenzsystems zum Ziel hat. Dafür wollen die Partner ein MRT-Protokoll nutzen, das ohne Kontrastmittel auskommt. Der im Vergleich zu Standardmessungen verkürzte Messablauf konzentriert sich laut einer Mitteilung auf Parameter, die für die Beurteilung der Prostata notwendig sind. Dies soll aber nicht zulasten der diagnostischen Genauigkeit gehen. „Als Assistenzsystem entwickeln wir eine KI-basierte Bildanalyse-Software, die den Radiologen während der Befundung mit relevanten Informationen versorgt“, so Matthias Steffen, Geschäftsführer der FUSE-AI GmbH in Hamburg.

Die Vorteile einer solchen kontrastmittelfreien Prostata-Bildgebung lägen nicht nur in der Kostenersparnis für das Gesundheitssystem und der Zeitersparnis für den Arzt. „Für die Patienten verringert sich das gesundheitliche Risiko, wenn wir auf die Kontrastmittel verzichten können“, sagt Prof. Tobias Franiel, Leiter der onkologischen und uroradiologischen Bildgebung im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Uniklinikum und zugleich klinischer Leiter des Projektes. Gefördert wird die Kooperation über zwei Jahre vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand ZIM des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die FUSE-AI GmbH ist ein E-Health-Unternehmen, das sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt hat, mit intelligenten Software-Lösungen zu einer besseren medizinischen Versorgung beizutragen. Laut Robert-Koch-Institut ist das Prostatakarzinom mit rund 25 Prozent aller diagnostizierten Krebserkrankungen die häufigste bei Männern in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 60.000 neu an diesem Tumor. Das von den Krankenkassen getragene Screening ab dem 45. Lebensjahr sieht aktuell keine MRT-Untersuchungen vor.
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