10.12.2018

Pflege: Unterstützung von Roboter Pepper

Kiel/Siegen – Roboter Pepper hat seine Deutschlandreise beendet. Die Universität Siegen und die Fachhochschule (FH) Kiel stellen die Ergebnisse des gemeinsamen Projekts „Anwendungsnahe Robotik in der Altenpflege“ (ARiA) vor. Wichtige Erkenntnis der Projektreise mit Pepper: Die Pflegekräfte reagierten deutlich weniger skeptisch als erwartet auf den mechanischen Helfer.

Pflege: Unterstützung von Roboter Pepper„Die Angst, dass Roboter ihnen den Arbeitsplatz wegnehmen könnten, war schnell verflogen“, sagt Prof. Jens Lüssem von der FH Kiel. Viele könnten sich vorstellen, von einem Roboter bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt zu werden – allerdings in klar abgesteckten Bereichen, wie zum Beispiel für Bewegungs- oder Singübungen. Pflegerische Tätigkeiten soll er nicht übernehmen. Die Forscher fordern, dass Robotik und Digitalisierung künftig in der Ausbildung von Pflegekräften berücksichtigt werden sollten.

Die Forscher besuchten 50 Stationen und diskutierten mit Pflegeschülern, Lehrenden, Fachkräften des Pflege- und Gesundheitsbereichs sowie der Öffentlichkeit. Die Tour brachte neue Ideen für den Einsatz von Pflegerobotern – wie den Vorschlag, dass Roboter künftig Senioren beim Einkaufen unterstützen oder mit ihnen Übungen zur Sturzprävention machen könnten. „Mehr als 40 Konzepte sind dabei herausgekommen, wie man den Roboter künftig einsetzen könnte“, berichtet Dr. Rainer Wieching von der Universität Siegen.

Großes Interesse zeigten die Workshop-Teilnehmer am Thema Datenschutz: Das betrifft etwa die Sicherheit der von Pepper gesammelten Daten sowie die Klärung der Zugriffsmöglichkeiten. Intensiv diskutiert wurden auch ethische Aspekte und die Art der Bindung von Pflegebedürftigen an Roboter. Klares Resultat: Die Anwendung sollte so gestaltet werden, dass die Senioren wählen können, ob sie Kontakt aufnehmen und welche emotionale Nähe sie zu Robotern haben möchten. Dies sollte auch in Patientenverfügungen festgehalten werden.

Das Projekt wurde im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2018 „Arbeitswelten der Zukunft“ gefördert. Pepper wird weiterhin testweise in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt.
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