18.05.2020

Ohrsensor soll Corona-Patienten überwachen

München – Mit Sensoren im Ohr wollen Forscher der Technischen Universität München (TUM) die Vitalwerte von Corona-Patienten in häuslicher Isolation überwachen.

Ziel sei es zu klären, ob damit eine Verschlechterung des Gesundheitszustands rasch erkannt und damit eine stationäre Therapie schneller eingeleitet werden kann. Das teilt die Uni mit. Damit verbinde sich die Hoffnung, durch eine frühzeitige Behandlung Intensivstationen zu entlasten, weil eine intensivmedizinische Behandlung inklusive maschineller Beatmung in einem Teil der Fälle gar nicht erst notwendig wird.
Covid-19-Infizierte in München, für die häusliche Quarantäne angeordnet wird, sollen sich selbst beobachten und Fieber messen. Die Wissenschaftler wollen dies den Patienten durch einen hochsensiblen Ohrsensor „abnehmen“. Überwacht werden sollen neben der Körpertemperatur die Sauerstoffsättigung des Blutes, Atemfrequenz und Puls. Zudem werde mehrmals täglich ein sogenannter Polyscore bestimmt, der Auskunft darüber gibt, wie gut der Körper die Auswirkungen der Erkrankung kompensieren kann. Die verwendeten Geräte messen die Werte und schicken sie über eine Bluetooth-Funkverbindung an einen kleinen Computer, der sie dann datenschutzkonform zur Auswertung an eine Zentrale der TUM weiterleitet.
Die Daten aus München sollen mit denen aus einer vergleichbaren deutschen Großstadt verglichen werden, in der ein solches Monitoring nicht zum Einsatz kommt. Die Pilotphase der Studie, in der Prozesse und Strukturen optimiert werden, läuft seit 15. April. In der Studie konzentrieren sich die Wissenschaftler auf ältere Risikopersonen. Die Ohr-Sensoren stammen vom Münchner Start-up cosinuss. Dieses ist 2011 aus einer Doktorarbeit an der TUM entstanden.
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