15.06.2018

Neuer Sonderforschungsbereich zur Hörakustik

Oldenburg – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den neuen Sonderforschungsbereich „Hörakustik“ der Universität Oldenburg bewilligt, der in den nächsten vier Jahren mit rund acht Millionen Euro gefördert wird. Er soll die Grundlagen für verbesserte Hörgeräte und Hörassistenzsysteme schaffen, teilt die Universität Oldenburg mit.

Neuer Sonderforschungsbereich zur HörakustikDer Sonderforschungsbereich mit dem offiziellen Titel „Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen (HAPPAA)“ wird vom Psychoakustiker, Forscher im Exzellenzcluster „Hearing4all“ und Träger des Deutschen Zukunftspreises Prof. Volker Hohmann geleitet. „In dem neuen Sonderforschungsbereich widmen sich die Oldenburger Hörforscher einmal mehr ihrem Ziel, Hörgeschädigten bestmöglich zu helfen. Mit der Förderung würdigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft die herausragende nationale wie internationale Bedeutung unserer Hörforschung“, sagt Universitätspräsident Prof. Hans Michael Piper.

Im Zentrum stehe die komplizierte Wechselbeziehung zwischen Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen und ihrer akustischen Umgebung. „In der Realität verändert sich eine Hörsituation ständig, weil Menschen auf Stimmen und Geräusche reagieren. Sie wenden zum Beispiel ihren Kopf zur Schallquelle hin oder bewegen ihre Augen“, erläutert Hohmann. Bislang sei diese Interaktion in der Hörakustik jedoch nicht berücksichtigt worden. Das Hören sei vielmehr als passiver Prozess angesehen worden. Die Forscher bezögen diesen Prozess nun erstmals in die Hörmodellierung ein. „Auch Menschen, deren Gehör altersbedingt bereits beeinträchtigt ist, die aber noch kein Hörgerät benötigen, können von dem verbesserten Verständnis dieser ‚Hörschleife‘ profitieren“, so Hohmann weiter. Um deren Grundprinzipien zu erfassen, erforscht das Team Modelle, Algorithmen und Anwendungen. Aufbauend auf Modellen der Sprachwahrnehmung und Hörqualität bei Normal- und Schwerhörenden sollen Algorithmen verbessert, akustische Signale in Hörhilfen verarbeitet sowie einige Anwendungen exemplarisch untersucht werden. So werde erforscht, wie Lautsprechersignale in einer unruhigen Umgebung verständlicher sein könnten, beispielsweise Durchsagen im Bahnhof. Ein weiteres Ziel sei, ein intelligentes Ohrpassstück zu entwickeln, das hohe Klangqualität bietet und gleichzeitig Rückkopplungen unterdrückt sowie Störgeräusche reduziert.
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