16.10.2020

Neuer Röntgenassistent für bessere Bildqualität

Kiel – Die Qualität von Röntgenaufnahmen will ein Verbundprojekt im Norden Deutschlands verbessern – mithilfe eines digitalen Röntgenassistenten.

Ziel ist es, den Prozess der Röntgenaufnahme mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu unterstützen und zu optimieren. Allein in Deutschland werden pro Jahr rund 150 Millionen Röntgenbilder aufgenommen. Da viele dieser Bilder unter Zeitdruck und nicht immer von erfahrenem Personal aufgenommen werden, entspricht die Qualität häufig nicht den vorgegebenen Leitlinien. Dies geht auf Kosten der diagnostischen Qualität, führt zu erhöhter Strahlendosis und oft auch zu erhöhtem Ressourcen- und Zeitaufwand, weil neue oder zusätzliche Aufnahmen notwendig sind. Der Röntgenassistent soll deshalb das bildaufnehmende Personal führen und dadurch die Qualität der Röntgenbilder signifikant steigern.

Dazu soll eine am Röntgengerät angebrachte 3D-Time-Of-Flight (3D-TOF)-Kamera die Lage des Patienten und des zu untersuchenden Bereiches erfassen. Mithilfe KI-basierter Methoden und Algorithmen wird dann „gelernt“, welches Röntgenbild mit welcher Qualität bei einer Aufnahme in dieser Lage zu erwarten ist. Nur wenn das Bild den geforderten Kriterien entspricht und für die entsprechende Diagnose geeignet ist, kann schließlich eine Aufnahme durchgeführt werden. Darüber hinaus sollen beispielsweise auch entsprechende Pfeilsignale und ein Ampelsystem dem Benutzer mitteilen, in welche Richtung eine Lageänderung durch Drehung, Verschiebung, Neigung oder Beugung erfolgen muss, um eine gute bis sehr gute Aufnahme zu erzielen.

In dem KI-SIGS Anwendungsprojekt „Digitaler Röntgenassistent“ arbeiten das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein UKSH Lübeck (Jörg Barkhausen), das Institut für Neuro- und Bioinformatik der Universität zu Lübeck (Thomas Martinetz) und zwei Firmen zusammen.
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