19.02.2018

Neue Technologie für Schlaganfallpatienten

Tübingen – Für Schlaganfallpatienten mit schwerwiegenden Lähmungen gibt es neue Hoffnung: Tübinger Wissenschaftler haben eine Technologie entwickelt, die ungenutzte Nervenbahnen vom Gehirn zur Hand aktiviert.

Neue Technologie für SchlaganfallpatientenZwei neue Ansätze sind laut einer Mitteilung des Universitätsklinikums Tübingen
dabei besonders vielversprechend und für Patienten attraktiv, weil sie ganz ohne operativen Eingriff durchgeführt werden können: Zum einen sind das Neuroroboter für die Rehabilitation, sogenannten Gehirn-Maschine-Schnittstellen (englisch: Brain-Machine-Interface, BMI), die durch Hirnsignale gesteuert auch eine gelähmte Hand öffnen und schließen können, wenn sich der Teilnehmer die entsprechende Bewegung vorstellt. Zum anderen kann die transkranielle magnetische Stimulation (TMS) zur nicht invasiven Aktivierung genau der Hirnregionen, die für die betreffenden Bewegungen zuständig sind, eingesetzt werden.
Der aktuellen Untersuchung der Tübinger gingen Forschungsergebnisse voraus, die gezeigt hätten, dass jeder der beiden Ansätze – getrennt voneinander eingesetzt – die Effektivität von Nervenbahnen zur Hand verbessern kann.
Das Team um den Arzt und Neurowissenschaftler Prof. Alireza Gharabaghi konnte nach eigenen Angaben jetzt erstmals nachweisen, dass die Kombination dieser beiden Methoden auch bisher ungenutzte Nervenbahnen aktiviert. Dies funktioniere jedoch nur, wenn BMI und TMS gleichzeitig angewendet werden und die Studienteilnehmer sich währenddessen die entsprechende Handbewegung vorstellen.
Diese Befunde seien insbesondere für Patienten, deren Handfunktion vollständig ausgefallen ist, von Bedeutung. Erste Anwendungen bei Betroffenen bestätigten die Ergebnisse. Das Universitätsklinikum Tübingen will die neue Therapieform hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in einer größeren Studie untersuchen.
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