18.11.2020

Neue Hüftprothesen: Keramik ersetzt Metall

Hermsdorf – Forscher des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) haben eine Alternative zum Hüft-Oberflächenersatz aus Metall entwickelt. Die Keramik-Variante soll schonender und mindestens genauso belastbar sein.

Das Problem beim Oberflächenersatz aus Metall ist demnach seine Verträglichkeit. Die Legierung aus Cobalt, Chrom und Molybdän rufe bei einigen Patienten Allergien hervor, erläutert das IKTS. Außerdem könnten Infektionen auftreten, sodass die Prothese in manchen Fällen wieder entnommen werden müsse.
Wissenschaftler am IKTS haben nun im Rahmen des vom Freistaat Thüringen geförderten Projekts „Ceramic Bonepreserver“ einen Oberflächenersatz aus Keramik entwickelt. Dieser sei „wesentlich verträglicher“ als der aus Metall und löse weder Allergien noch Infektionen aus, teilt das Institut mit. Damit der Keramik-Oberflächenersatz besser mit den anschließenden Knochen verwachsen kann, sind die Oberflächen, die von Knochen umgeben werden sollen, angeraut. Der Kontaktbereich des künstlichen Hüftgelenks zwischen Hüftpfanne und Kugelelement der Femurkappe ist hingegen glatt.
Neben der Verträglichkeit kommt es beim Oberflächenersatz für die Hüfte auch auf Stabilität an. Um herauszufinden, ob das Keramik-Gelenk ähnlich belastbar ist wie der herkömmliche Ersatz, haben die Fraunhofer-Forscher zahlreiche Tests durchgeführt. Das Ergebnis: „Die Biege-, Druck- und Belastungstests haben ergeben, dass die Keramik-Prothesen mindestens genauso stabil und belastbar sind wie ein Produkt aus Metall“, resümiert Martina Johannes, die Leiterin des Forschungsprojekts.
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