15.06.2018

Neue Gefäßprothese soll Herzpatienten vor Platzen der Aorta schützen

Frankfurt a.M. – Mediziner der Universitätsklinik München nutzen bei Aortenaneurysmen die 3D-Druck-Technik, um patienten-individuelle künstliche Gefäßprothesen herzustellen. Das Forschungsprojekt wird von der Dr. Rusche-Projektförderung mit 60.000 Euro unterstützt.

Im Alter oder aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Bluthochdruck, durch genetischen Veranlagung oder Rauchen können sich Abschnitte an Arterien krankhaft aufweiten. Betrifft das die Hauptschlagader (Aorta) oberhalb des Zwerchfells (Brustaorta) und kommt es zu einer Erweiterung mit einem Durchmesser von mehr als 50 Prozent des Normwerts, spricht man von einem Aortenaneurysma. Unbehandelt kann das Gefäß platzen – ein Notfall, der oft tödlich endet. „Weil das erkrankte Gefäß ab einem bestimmten Durchmesser oder beim Auftreten von Beschwerden mit einer Prothese versorgt werden muss, sind auf diesem Gebiet Neuentwicklungen, die der Sicherheit und der Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen dienen, besonders wichtig“, betont Prof. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF). Während der Eingriff früher nur mit Hilfe einer offenen Operation möglich war, lässt sich heute die Prothese in immer mehr Fällen minimalinvasiv einsetzen.
Ziel bei dem Dr. Rusche-Forschungsprojekt ist es, die Passgenauigkeit der Prothese zu verbessern und Komplikationsraten zu senken. Denn üblicherweise werden die Prothesen in bestimmten vorgefertigten Größen zur Verfügung gestellt. Dabei kann es vorkommen, dass die gewählte Prothese nicht ideal zur Anatomie des Patienten passt. Die Münchner Forscher nehmen nun in einem mehrstufigen Prozess mit Hilfe einer speziellen Software die anatomischen Strukturen auf. Anschließend wird mit Hilfe eines 3D-Druckers ein plastisches Modell hergestellt, auf das mit einem elektronischen Spinnverfahren („Elektrospinning“) eine dünne, faserige Polymerschicht aufgetragen wird. Die patientenspezifische Prothese, die daraufhin entwickelt wird, besteht wie bisherige Modelle nicht nur aus einem Kunststoffschlauch, sondern auch aus einen form- und stabilitätsgebenden Drahtskelett.
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