16.07.2020

Neue Erkenntnisse über Pumpfunktion der Plazenta

Nottingham – Forscher aus Großbritannien haben im Rahmen einer Studie die Plazenta näher unter die Lupe genommen. Medienberichten zufolge haben sie dabei mithilfe einer Variante der Magnetresonanztomografie neue Erkenntnisse über den Blutfluss gewinnen können.

Neue Erkenntnisse über Pumpfunktion der PlazentaDemnach zieht sich die Plazenta in regelmäßigen Abständen von rund zehn Minuten zusammen, wobei sie ihr Volumen um bis zu 40 Prozent vermindert. Verursacht wird diese Kontraktion laut den Berichten von der über der Plazenta liegenden Uterusmuskulatur. Für die Schwangeren ist sie nicht zu spüren.

Das Wissenschaftler-Team um Penny Gowland von der Universität Nottingham, das die Studie im Wissenschaftsjournal Plos Biology veröffentlicht hat, bezeichnet die Entdeckung als utero-plazentare Pumpe. Diese soll den Forschern zufolge den Abtransport des venösen Blutes aus der Plazenta in den Kreislauf unterstützen.

Mithilfe der verwendeten Phasenkontrast-Angiografie (PCA) konnten die Wissenschaftler den Berichten zufolge auch erkennen, dass das Blut, welches mit höherer Geschwindigkeit über die Spiralarterien in den intervillösen Raum gelangt, dort deutlich an Geschwindigkeit verliert. Gowland zufolge könnte der langsamere Blutfluss Voraussetzung für den Austausch von Blutgasen und Nährstoffen zwischen fetalem und mütterlichem Kreislauf sein. Auffällig sei gewesen, dass die Blutflussgeschwindigkeit bei Schwangeren, die unter Präeklampsie leiden, stärker variiert als bei gesunden Schwangeren. Dies könnte den Austausch möglicherweise erschweren.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter