22.05.2018

Nano-Drähte auf Stents sollen Kindern unnötige Herz-Eingriffe ersparen

Leipzig – Forscher der Universität des Saarlandes entwickeln neue verträglichere Beschichtung für Stents bei Kindern. Die neue Medizintechnik könnte unnötige Herzoperationen ersparen. Für das Forschungsvorhaben wurden die Wissenschaftler vor Kurzem mit der Gerd Killian-Projektförderung der Deutschen Herzstiftung sowie der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie (DGPK) geehrt.

Nano-Drähte auf Stents sollen Kindern unnötige Herz-Eingriffe ersparenJedes Jahr kommen in Deutschland rund 6.500 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Ist bei ihnen ein operativer Eingriff notwendig, können Gefäßstützen (Stents), die kathetergestützt eingebracht werden, helfen den optimalen Zeitpunkt für die herzchirurgische Operation hinauszuzögern, bis das Kind die OP besser verträgt.
Ein Forscherteam um den Kinderkardiologen Dr. Axel Rentzsch vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar (UKS) hat für Kinder-Stents und künstliche Herzklappen eine neue Beschichtung entwickelt. Der große Vorteil: Die Matrix aus Nano-Drähten verträgt sich sehr gut mit dem Blut. So kann zum Beispiel das Risiko von Blutgerinnseln in den Herzkranzgefäßen oder an den Herzklappen eines Kindes verringert werden. Das haben Untersuchungen der UKS-Forscher gezeigt. „Mit der Förderung dieser wichtigen Arbeit könnten den betroffenen Kindern vermeidbare Eingriffe und damit verbundene Risiken erspart bleiben“, betont Prof. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, zur Vergabe der „Gerd Killian-Projektförderung“ an die UKS-Forscher. Aktuelle Tests in echten Gefäßen werden im Rahmen der Projektförderung mit 59.900 Euro finanziell unterstützt.
Die Forschungsarbeiten sind von großer Bedeutung. „Implantate haben insbesondere bei der Behandlung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern einen großen Stellenwert. Sie tragen dazu bei, dass die meisten von ihnen das Erwachsenenalter erreichen“, sagt Rentzsch. Bislang seien die Stents für Kinder, die aus rostfreiem Stahl, Titan, einer Nickel-Titan-Legierung bestehen, nicht beschichtet. Das Problem: Das Blut von Kindern reagiere sehr stark auf die Oberflächen von Fremdmaterial. Sobald das Blut mit dem fremden Material in Berührung komme, werde die Gerinnung aktiviert. Deswegen wollten die Forscher eine Beschichtung entwickeln, die sich mit dem Blut verträgt.
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