18.09.2019

Mit mehr Personal gegen den MDK

Berlin – Die Abrechnungsprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bedeuten für die Krankenhäuser nicht nur viel Bürokratie, sondern kosten diese auch richtig Geld. Das zeigt die Krankenhaus-Controlling-Studie 2018/2019, bei der die Stimmung in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen nach der verpflichtenden Einführung des pauschalierenden Entgeltsystems abgefragt wurde.

Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der 50 Fach- und Abteilungspsychiatrien, die an der Befragung teilgenommen haben, berichten davon, dass die MDK-Prüfquote, die nach dem alten Abrechnungsmodus keine Rolle spielte, im Jahr 2018 gestiegen ist. 54 Prozent der Einrichtungen geben an, dass die Quote inzwischen bei sechs bis 15 Prozent liegt. 20 Prozent der Teilnehmer schätzen die Zahl der Fälle sogar höher ein. „Dies bedeutet: Rund jeder fünfte Fall wird hier geprüft“, heißt es in der Studie.
Die Kliniken versuchen, dem MDK Paroli zu bieten – und zwar durch Aufstockung des Personals. So haben laut der Untersuchung 47 Prozent der Einrichtungen in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Kodierfachkräfte erhöht und 39 Prozent ihr MDK-Management mit Mitarbeitern verstärkt. Der gestiegene Personalaufwand beeinträchtigt die Kostensituation, ebenso wie die wachsende Zahl an Widerspruchs- und Gerichtsverfahren. „Die Erlös- und damit auch die Ergebnissituation werden gleichzeitig durch Kürzungen der Entgelte beeinträchtigt, und die langen Laufzeiten der Verfahren und der damit verbundene Anstieg offener Forderungen führen dazu, dass die Liquidität der Einrichtungen angegriffen wird“, schreiben die Studienautoren. Mehr als vier von fünf Kliniken kritisieren, dass die Kosten durch die MDK-Verfahren schon gestiegen seien.
Die Krankenhaus-Controlling-Studie wurde im Herbst 2018 durchgeführt. Sie richtet sich an alle 1900 Krankenhäuser in Deutschland, von denen rund sieben Prozent teilgenommen haben. Hinter der Untersuchung stehen der Deutsche Verein für Krankenhauscontrolling, der Lehrstuhl für Controlling an der Bergischen Universität Wuppertal und das Beratungsunternehmen Curacon.
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