16.04.2019

Mehr Lebensqualität durch Sturzpräventions-App

Berlin – Um die Ursachen von Stürzen und deren Folgen zu vermeiden, setzt die AOK Nordost ihre Kooperation mit dem Start-up Lindera fort. Eine App soll Versicherte informieren und Angehörige sowie Pflegekräfte entlasten.

Die App habe in ihrer siebenmonatigen Testphase gezeigt, dass 83 Prozent der Befragten neue Erkenntnisse zum Thema Stürze erhalten haben. 54 Prozent begannen laut AOK Nordost nach der Analyse mit Präventionsmaßnahmen wie gezieltem Balancetraining oder dem Erlernen des richtigen Umgangs mit dem Rollator. Überraschend sei gewesen, dass 88 Prozent über die allgemeinen Risiken und Folgen, welche von Stürzen ausgehen, informiert sind, aber lediglich 17 Prozent sich der persönlichen Gefahr eines Sturzes bewusst waren. Nach Aufnahme eines circa 30- bis 40-sekündigen Gangbildes, was mit jeder einfachen Smartphone-Kamera möglich sei, und dem Ausfüllen eines kurzen Fragebogens werde das individuelle Sturzrisiko ausgewertet. Aus diesem Profil können Empfehlungen durch künstliche Intelligenz abgeleitet werden, um dem sturzgefährdeten Menschen konkret zu helfen.

Gerade bei älteren und oft auch bereits pflegebedürftigen Menschen bestünde laut AOK Nordost die Gefahr, dass sie öfter stürzen. Dies sei nicht nur schmerzhaft, denn außer Knochenbrüchen können sich auch gravierende Folgeerkrankungen daraus ergeben. Gründe für Stürze gebe es viele: So lassen etwa Kraft, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen im Alter nach.

„Die Teilnehmer der Auftaktphase sollen jetzt regelmäßig analysiert werden, um die Veränderungen der einzelnen Risikofaktoren zu verfolgen und die Präventionsempfehlungen laufend bedarfsgerecht anzupassen“, sagt Diana Heinrichs, Gründerin des Start-ups Lindera. Auf diese Weise werde die Wirksamkeit der Maßnahmen bewertet. Zusätzlich können die in der App enthaltenen Angebote in die Pflegedokumentation einfließen, erklärt Hans-Joachim Fritzen, Unternehmenseinheitsleiter Pflege der AOK Nordost.
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