18.11.2019

Mehr Digitalisierung in Praxen – aber Bedenken bleiben

Berlin – Die Digitalisierung in den Praxen schreitet voran, verkündet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Einer repräsentativen Studie zufolge haben 91 Prozent der Vertragsarztpraxen mit digitalen medizinischen Geräten diese zumindest teilweise an das Praxisverwaltungssystem angebunden. Bedenken haben trotzdem viele.

Mehr Digitalisierung in Praxen – aber Bedenken bleibenWeitere Ergebnisse des PraxisBarometers Digitalisierung: 67 Prozent der Hausärzte verwenden eine digitale Anwendung zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Rund Dreiviertel der Vertragsarztpraxen (76 Prozent) nutzen mehrheitlich oder vollständig die digitalisierte Patientendokumentation. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 73 Prozent. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen betont, dass die Digitalisierung vor allem bei Praxisorganisation und -management sowie Dokumentation weit fortgeschritten sei. „Tatsächlich sind das die Bereiche, in denen Ärzte die Digitalisierung am ehesten als Fortschritt wahrnehmen.“

Allerdings offenbart die vom IGES Institut durchgeführte Studie auch Bedenken der niedergelassenen Ärzte: 60 Prozent der Befragten geben Sicherheitslücken im EDV-System als hemmenden Faktor für die weitere Digitalisierung an. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 54 Prozent.
Ärzte und Psychotherapeuten sorgen sich auch um den direkten Kontakt zum Patienten, 43 Prozent befürchten eine Verschlechterung der Arzt-Patienten-Beziehung. Eine Fernbehandlung lehnen die meisten ohne vorherigen persönlichen Erstkontakt ab. Aber: Im Vergleich zum Vorjahr ist bei den Psychotherapeuten die Bereitschaft für allgemeine Online- und Videosprechstunden um zehn Punkte auf 25 Prozent gestiegen.

Für das PraxisBarometer Digitalisierung wurden circa 8.900 Arztpraxen kontaktiert und rund 2.100 Datensätze ausgewertet.
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