20.07.2012

Mammographie-Screening: BfS lässt deutsches Programm überprüfen

Salzgitter – Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) lässt im Rahmen eines Forschungsvorhabens ab Juli 2012 federführend durch die Universität Münster überprüfen, wie wirksam das deutsche Mammographie-Screening-Programm die Brustkrebs-Sterblichkeit verringert.

Seit 2009 können in Deutschland Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs in Anspruch nehmen. Ziel ist es, durch ein flächendeckendes, qualitätsgesichertes Screening bei dieser Altersgruppe die Zahl der Erkrankungen mit tödlichem Ausgang zu senken. „Die Universität Münster wird in dieser langfristig ausgelegten Studie wissenschaftlich fundiert analysieren, ob dieses Ziel erreicht wird. Der Nutzen des Programms muss größer sein als die möglichen Risiken“, sagt Wolfgang Weiss, Fachbereichsleiter beim BfS. Schließlich sei jede Untersuchung mit einer zusätzlichen Strahlenbelastung verbunden.
Internationale Studien haben einen Nutzen nachgewiesen, allerdings gibt es auch nach wie vor Zweifel daran. Eine vorläufige Abwägung von Nutzen und Risiko der mit dem Screening verbundenen Strahlenbelastung hat ergeben, dass der Nutzen das Strahlenrisiko in dieser Altersgruppe deutlich überwiegt. „Diese Abwägung ist auch der Grund, warum es ein solches Screening beispielsweise nicht auch für jüngere Frauen gibt – das Risiko ist bei ihnen höher und der potenzielle Nutzen zudem geringer. Bei ihnen sollten Untersuchungen also nicht flächendeckend, sondern nur bei begründetem Verdacht erfolgen“, erläutert Weiss.
Ob und in welchem Ausmaß die Sterblichkeit durch das Screening in Deutschland tatsächlich sinkt, konnte bisher nicht nachgewiesen werden, da hierzu ein Bewertungszeitraum von mindestens zehn Jahren erforderlich ist. Das Forschungsvorhaben soll wesentliche Grundlagen schaffen. Das BfS sieht ein zweistufiges Vorgehen vor. In den kommenden zwei Jahren wird zunächst in einer Machbarkeitsstudie untersucht, auf welche Weise die Auswirkung des Programms auf die Brustkrebssterblichkeit erfasst werden kann, und ein Konzept zur Durchführung entwickelt. Hieran schließt sich die eigentliche Studie an. Nach rund fünf Jahren ist eine Bewertung vorgesehen. Mit ersten Ergebnissen ist demnach in etwa sieben Jahren zu rechnen, so das BfS.
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