16.10.2020

Linearbeschleuniger verkürzt Therapiesitzungen

Dresden – Einen neuen Linearbeschleuniger hat das Dresdner Uniklinikum in Betrieb genommen. Vorteil für Patienten: Er verkürzt die Dauer der Therapiesitzung.

Im August sind nach einer Mitteilung die ersten Patienten mit einem neuen hochmodernen Linearbeschleuniger in der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden behandelt worden. An mehreren Tagen hintereinander haben sie die jeweils etwa zehnminütigen Therapiesitzungen an diesem neuen, hochmodernen Gerät absolviert. Durch den neuen Linearbeschleuniger kann die Klinik das Behandlungsspektrum erweitern und die Dauer der Therapiesitzungen für die Patienten verkürzen.

Die Zahl der stereotaktischen Bestrahlungen werde dadurch erhöht, so die Klinik. Diese Therapieform, bei der die Behandlungsstrahlen aus verschiedenen Winkeln in großer Präzision punktgenau auf den Tumor treffen, ist hochwirksam und gleichzeitig für die Patienten gut verträglich. Auch die Bestrahlung sehr kleiner Felder mit hoher Dosis in kurzer Zeit sei nun möglich. Ziele sind unter anderem Metastasen, kleinste Tumoren oder auch zwei bis drei Millimeter große Lymphknoten. Einen weiteren Vorteil biete die Kombination von Bestrahlungskopf und integriertem Röntgengerät. So sei eine hochauflösende dreidimensionale Bildgebung während der Therapiesitzung möglich, um die Lage des zu bestrahlenden Gewebes permanent zu kontrollieren. Dies sei insbesondere für Tumoren in oder in der Nähe von beweglichen Organen wie Lunge, Darm oder Blase von großem Vorteil. „Mit dem neuen Linearbeschleuniger können wir das Therapiespektrum bei Krebserkrankungen maßgeblich erweitern“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. „Wir sind optimistisch, die Zahl der Patienten, die in den kommenden Monaten eine Behandlung mit dem Linearbeschleuniger erfahren, weiter zu erhöhen. Die positiven Rückmeldungen nach den ersten Therapiesitzungen machen uns zuversichtlich.“
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