16.10.2020

LED zur Infektionsbekämpfung

Ulm – Mit Hilfe von LEDs geht der Medizintechnik-Student Ben Sicks von der Technischen Hochschule Ulm das Infektionsproblem auf Intensivstationen an. Er will verhindern, dass sich Erreger auf der Innen- und Außenseite eines Beatmungstubus vermehren, in die Lunge wandern und dort Infektionen auslösen. Sicks Forschung ist Teil des Projekts „Selbstdesinfizierende LED-Endotrachealtuben (LED-ETT)“.

In seiner Bachelor-Arbeit untersucht Sicks wie bakterielle Krankheitserreger mit blauen LEDs – also mit sichtbarem und damit für die menschlichen Zellen unschädlichem Licht – reduziert beziehungsweise abgetötet werden können, bevor sie in die Lunge gelangen. Dafür integriert er 48 1,6 Millimeter kleine Miniatur-LEDs in einen handelsüblichen Beatmungstubus. Das blau-leuchtende Gerät bestrahlt im Versuchsaufbau eine Bakterien-Testlösung mit einer homogenen Bestrahlungsintensität und erreicht eine Reduzierung der Bakterienkonzentration um 99,9 Prozent innerhalb von sechs bis neun Stunden, teilt die Technische Hochschule mit. Die mikrobiellen Tests hemmten somit das Wachstum der Bakterien am Endotrachealtubus signifikant.
Für diesen Ansatz hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena den Medizintechnik-Studenten mit dem Applied Photonics Award honoriert. Vorgeschlagen hatte ihn Prof. Martin Heßling, der das LED-ETT-Projekt leitet. Während seines Master-Studiums forscht Sicks weiter an dem Thema als Wissenschaftler in Heßlings Gruppe. So könnten laut Sicks weitere Forschungen darauf ausgelegt sein, den Beatmungstubus nicht nur bakterien-, sondern auch virenfrei zu halten, was gerade in Zeiten von Covid-19 von besonderer Bedeutung sei.
Das Projekt LED-ETT wird vom Bundesforschungsministerium unterstützt. Heßling arbeitet dabei eng mit dem Universitätsklinikum Ulm zusammen.
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