16.09.2020

Laser soll Knochenzement schonend entfernen

Hannover – Hüftprothesen müssen manchmal ausgetauscht werden. Das Laser Zentrum Hannover (LZH) will ein Endoskop-basiertes Lasersystem entwickeln, mit dem Ärzte den alten Knochenzement einfacher entfernen können.

Das Beseitigen des alten Zements im Oberschenkelknochen ist eine komplexe Prozedur. Er muss bei einem Tausch komplett abgetragen werden. Bisher gelingt das nur mit hohem Kraftaufwand mechanisch oder mittels Ultraschall. Beides ist sehr zeitaufwendig. Ziel des LZH ist deshalb, ein starres Endoskop zu entwickeln, durch das ein Laserstrahl und eine Kamera geführt werden. Der Operateur soll mit dem Laser den alten Zement erst segmentieren, um ihn dann leichter entfernen zu können. Das Videobild der Kamera gibt dem Chirurgen dabei direkte Sicht auf den Prozess im Knocheninnenraum. Eine integrierte selektive Beleuchtung soll zudem den Kontrast zwischen Zement und Knochen verstärken. Damit fiele dem Chirurgen die Navigation im Knochen und die Unterscheidung zwischen Knochen und Knochenzement leichter, heißt es in einer Mitteilung des LZH.

Die Gruppe Biophotonik des LZH wird die spektroskopische Analyse des gealterten Knochenzements, den Laserabtragprozess sowie einen klinischen Demonstrator entwickeln. Langfristig soll die Operationsdauer verringert und der Eingriff für die Patienten schonender und sicherer werden. Die Entwicklung läuft im Rahmen des Projekts LaZE (Laser-Zemententfernung) – Entwicklung eines endoskopischen Systems zur chromatisch kontrastierten Darstellung und Laser-basierten Entfernung von Knochenzement in der Revisionsendoprothetik. Gefördert wird es von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Für die technische Realisierung und die klinische Translation wird das LZH eng mit der Helios ENDO-Klinik Hamburg zusammenarbeiten, um klinisches Feedback direkt in die Entwicklung integrieren zu können.
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