18.09.2019

Künstliche Bauchspeicheldrüse im Test

Leipzig (pag) – Forscher haben eine künstliche Bauchspeicheldrüse bei Kindern mit Diabetes Typ 1 erfolgreich getestet. Beteiligt an der internationalen Pilotstudie ist die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig (UKL).

Hinter der künstlichen Bauchspeicheldrüse steht das System „Hybrid closed-loop“. Dieses besteht aus einer Pumpe, einem Sensor und einem Smartphone mit einer App. Sie enthält einen Algorithmus, der mittels der Sensordaten die Insulindosis berechnet, die Pumpe steuert und den Grundbedarf an Insulin reduzieren und erhöhen kann. „In Ruhephasen, in der Nacht und zwischen den Mahlzeiten arbeitet das System völlig autark“, erläutert der an der Studie beteiligte Dr. Thomas Kapellen, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin im UKL. Nur zu den Mahlzeiten müsse der Anwender aktiv werden.
Die künstliche Bauchspeicheldrüse ist in der Pilotstudie bei Kindern mit Diabetes Typ 1 zwischen einem und sieben Jahren getestet worden. Die Forscher haben bei 24 Mädchen und Jungen in Großbritannien, Luxemburg, Österreich und am UKL untersucht, ob bei ihrer Verwendung das Insulin verdünnt werden müsse. Das Ergebnis: Es gibt keine Unterschiede. Das sei ein großer Vorteil, da Insulin mit Standardstärke sicherer und einfacher überwacht werden kann, sagt Kapellen.
Die Forscher betonen, dass das System auch Eltern und Betreuer entlastet. „Sie schliefen besser und mussten nicht ständig aufstehen“, berichtet der Mediziner von seinen Probanden. Bei den Kindern der untersuchten Altersgruppe ändere sich der Insulinbedarf von Stunde zu Stunde. Das System können sie daran anpassen, egal, wo sich die Kinder gerade aufhielten.
Die Forscher haben ihre Ergebnisse in den Fachzeitschriften Pediatric Diabetes“ und „Diabetes Care“ veröffentlicht.
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