25.02.2015

Knorpel-Register: DGOU zieht erste Bilanz

Berlin (pag) – Im Oktober 2013 hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ein Knorpel-Register eingeführt. Nun hat die Fachgesellschaft erste Bilanz gezogen: Bisher wurden über 800 Operationsdaten nach knorpelchirurgischen Eingriffen aufgenommen.

Knorpel-Register: DGOU zieht erste BilanzDas DGOU-Register verfolgt den Heilungsverlauf nach Knieoperationen zur Knorpelreparatur über fünf Jahre. Mittlerweile werden die Daten von mehr als 50 Kliniken zusammengeführt. Die sich daraus ergebende Datenmenge erlaubt es Experten, wissenschaftliche Fragen zu beantworten, verschiedene Operationstechniken zu vergleichen und Komplikationen auszuwerten.

Für Prof. Dr. Philipp Niemeyer von der Arbeitsgruppe Klinische Geweberegeneration der DGOU ist das Register „eine Win-Win-Option für alle Beteiligten“. Wissenschaftler profitierten von Daten für die Versorgungsforschung und Patienten, weil sie durch das regelmäßige Ausfüllen online-gestützter Fragebögen einer besseren Kontrolle und Beurteilung ihres Genesungsverlaufes unterlägen. „Und auch für bisher nicht am Register beteiligte Experten ergibt sich ein positiver Effekt – sie profitieren von den
Forschungsergebnissen und können zukünftig eine Knorpeltherapie auf neuestem medizinischem Niveau leisten“, sagt Niemeyer, der als Sektionsleiter Knorpelchirurgie an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg arbeitet.
Erste Auswertungen und wissenschaftliche Publikationen aus dem Knorpel-Register DGOU plant die AG Klinische Geweberegeneration für Herbst 2015. „Es wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wir die Ergebnisse in eine Leitlinie einfließen lassen können“, sagt Niemeyer.

Das Knorpel-Register DGOU wurde nach Vorbild der skandinavischen Register zur Behandlung der Kreuzbänder aufgebaut und ging im Oktober 2013 an den Start. Nach erfolgreicher Implementierung des „Kniemoduls“ sind 2015 die Module „Sprunggelenk“ und „Hüfte“ dazugekommen. Das Register ist eine innerärztliche durch die Fachgesellschaft initiierte Qualitätssicherungsmaßnahme. Es arbeitet industrieunabhängig und wird durch die Deutsche Arthrosehilfe und die Oscar-Helene-Stiftung unterstützt.
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