16.01.2020

Kleidungssensoren ermöglichen Reha to go

Bochum/Paderborn – Durch Sensoren in der Kleidung sollen Ärzte künftig die Bewegungsmuster von Patienten auch nach deren Entlassung aus dem Krankenhaus beobachten und korrigieren können.

Operationen, Unfälle, Krankheiten: Die Gründe für Hüft- oder Knieleiden sind vielfältig. Falsche Bewegungsmuster sind häufig nicht nur Ursache, sondern auch Ergebnis orthopädischer Missstände. Zwar gibt es spezialisierte Zentren, in denen Ganganalysen zur Problemidentifikation durchgeführt werden, eine anschließende dauerhafte Beobachtung der Patienten war bislang aber nicht möglich. Um das zu ändern, entwickelt ein Forscherteam Sensoren, die in die Kleidung der Patienten integriert werden und so eine Fernbetreuung erlauben. „Reha to go“ heißt das Projekt unter Federführung der Firma „ID4us“ aus Duisburg, das bis 2022 mit rund 2,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird.
Das mobile System, das die Alltagsbewegungen kontinuierlich misst, ermöglicht laut einer Mitteilung nicht nur die konstante Beobachtung durch den Arzt, sondern gibt den Patienten gleichzeitig direktes Feedback. Das Fernkontrollsystem, das die Bewegung der Arme und Beine beim Laufen erfasst, basiert auf der RFID-Technik. Etiketten mit integrierten RFID-Sensoren werden in die Kleidung eingenäht. Miniatur-Lesegeräte können dann die Bewegungsmuster ihrer Träger erfassen und verarbeiten. Die Patienten bekommen direkt online über eine App Rückmeldungen zu ihrem Bewegungsablauf oder zur Ausführung physiotherapeutischer Übungen. Die behandelnden Ärzte sind per Telemedizin in der Lage, schädliche Gangmuster zu erkennen, den Genesungsverlauf engmaschig zu verfolgen und entsprechend die Behandlung zu optimieren. Die Therapie kann so nach dem Klinikaufenthalt im Alltag der Patienten fortgesetzt werden.
Zum Konsortium gehören neben der Universität Paderborn und der Klinik Lindenplatz in Bad Sassendorf die Ruhr-Universität Bochum, das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik, die Firma Unyt, die Universität Duisburg-Essen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Universitätsklinikum Essen und die Firma Luttermann.
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