10.12.2018

Informatiker und Mediziner: Mission sichere Patientendaten

Saarbrücken – Weltweit erheben Wissenschaftler unzählige Patientendaten. Die Herausforderung: Wie kann der biomedizinische Datenschatz effizient auswertet werden, ohne die Privatsphäre des Patienten zu verletzen? Wissenschaftler zweier Helmholtz-Zentren wollen die dafür notwendigen vertrauenswürdigen Verfahren entwickeln.

Informatiker und Mediziner: Mission sichere Patientendaten„Helmholtz Medical Security and Privacy Research Center“ (HMSP) heißt die neue Einrichtung, die Forscher des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit mit Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen ins Leben gerufen haben. Das HMSP setzt sich aus 13 Wissenschaftlern nebst deren Forschungsgruppen zusammen. „Gemeinsam wollen wir Mechanismen entwickeln, mit denen die Interessen von Patienten, Ärzten, Industrie und Forschung gleichermaßen geschützt und gewahrt werden können“, sagt Gründungsdirektor Prof. Michael Backes. Die Wissenschaftler wollen dabei untersuchen, wie vertrauenswürdig medizinische Software und Systemkomponenten heute sind und wie man mögliche Sicherheitslücken schließen kann.
Die Sammlung, Analyse und Weiterverarbeitung riesiger medizinischer Datenbestände ermöglicht neuartige Einsichten. Im Idealfall können damit medizinische Behandlungen verbessert werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Auswertungen Rückschlüsse auf einzelne Individuen zulassen. „Dies kann schnell dazu führen, dass zum Beispiel ihre Krankheiten offengelegt werden“, sagt Backes, der auch CEO des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit in Saarbrücken ist. Die rechtlichen Vorgaben zum Umgang mit diesen hochsensiblen Daten seien aus gutem Grunde streng. Sie erschwerten es aber Medizinern, die von ihnen erhobenen Daten effizient auszuwerten. „Wir entwickeln effiziente Methoden, mit denen medizinische Daten in einer Vielzahl von verschiedenen medizinischen Anwendungsszenarien sicher und vertrauenswürdig verarbeitet werden können“, kündigt Backes an.
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