16.07.2020

Individuelle Masken aus dem 3-D-Drucker

Koblenz – Ein Zahnarzt hat das Projekt an der Hochschule Koblenz ins Rollen gebracht: Dort entwickeln Studenten individuell angepasste Mund-Nasen-Masken, die aus dem 3-D-Drucker kommen.

„Gerade in der Anfangszeit der Corona-Pandemie war es für uns ein großes Problem, persönliche Schutzausrüstung in ausreichender Menge zu beschaffen“, berichtet Dr. Christian Weichert von der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis Weichert & Kempkes in Lahnstein. Seine Idee: eine Maske im 3-D-Drucker herstellen. Weichert wendet sich an die Hochschule Koblenz, wo die angehende Maschinenbauerin Maike Krämer und der Masterstudent im Wirtschaftsingenieurwesen, Maximilian Köthe, sich des Problems des Zahnarztes annehmen. In Abstimmung mit der Praxis entwickeln die beiden Studierenden eine ganze Reihe von Masken-Prototypen, die sie fortlaufend erproben. So entsteht nach und nach eine integrierte Filterverklemmung mit Bajonettverschluss, Halterungen für Gummibänder und vieles mehr. Den Durchbruch bei der individuellen Anpassung erzielen Köthe und Krämer schließlich unter Zuhilfenahme eines 3-D-Scanners. „So entsteht im 3-D-Drucker eine Maske, die zwar aufgrund seiner Materialeigenschaften starr ist, sich aber individuell an das Gesicht der Trägerin oder des Trägers anpasst und so perfekt mit dem Gesicht abschließt“, erklärt Köthe.
Improvisieren mussten die Studenten bei der Beschaffung des Filtermaterials: Weil sie wegen der weltweiten Nachfrage nach Filterstoff keine Meterware beschaffen konnten, schnitten sie aus den herkömmlichen medizinischen Masken passende kreisrunde Filter aus. Aus einer Maske lassen sich so mehrere Filter für die Mund-Nasen-Abdeckung aus dem 3-D-Drucker bereitstellen. Voraussichtlich werden noch 14 weitere Scans angefertigt, um so das ganze Team der Zahnarztpraxis zu versorgen. Danach sollen die Masken in kleinen Serien produziert und in einem ersten größeren Feldversuch getestet werden.
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