16.01.2020

Immer mehr ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen

Hannover – Zwar beginnt eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in der Regel im Kindes- und Jugendalter, jedoch werden immer mehr Erwachsene damit diagnostiziert. Symptome können Stimmungsschwankungen, Impulsivität oder Jähzorn sein.

Bei den meisten Betroffenen im Kindesalter gehen die Symptome im Laufe der Jahre zurück. Doch immer häufiger kommt es vor, dass diese bestehen bleiben, bis die Betroffenen erwachsen sind, oder erst spät erkannt werden. Die Zahl der ärztlich diagnostizierten ADHS ab 19 Jahren hat sich zwischen 2008 und 2018 fast verdreifacht, wie eine Datenauswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigt. Tückisch sei laut KKH, dass sich eine ADHS bei Erwachsenen häufig anders äußert als bei Kindern und Jugendlichen. Anstelle der Hyperaktivität stehen Unaufmerksamkeit und verminderte Konzentrationsfähigkeit im Vordergrund. Betroffene Erwachsene haben Probleme, Arbeit, Alltag und Finanzen zu organisieren, Termine einzuhalten oder ihre Gefühle zu kontrollieren. Sie neigen zu Wutausbrüchen, sind leicht reizbar und hochimpulsiv. Unbehandelt könne eine ADHS tragische Konsequenzen haben, wie etwa schlechtere Abschlüsse in Schule, Ausbildung und Studium, häufigen Arbeitsplatzverlust, Scheitern von sozialen Beziehungen, höheres Unfallrisiko durch rücksichtsloses Fahren, Suchtprobleme, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen. Eine Diagnose sei laut KKH nicht leicht, denn gerade im Erwachsenenalter hätten ADHS-Patienten häufig zusätzliche Begleiterkrankungen wie soziale Verhaltensstörungen, Depressionen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.
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