21.05.2012

Hygienekampagne für Kliniken zeigt Erfolge

Berlin – Die Zahl der Krankenhäuser, die an der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ teilnehmen, hat sich innerhalb von vier Jahren verdreifacht. Außerdem hat sich der Verbrauch an alkoholischem Händedesinfektionsmittel in diesen Kliniken deutlich erhöht.

Diese Bilanz zieht Prof. Dr. Petra Gastmeier, fachliche Leiterin des Projekts, anlässlich des Internationalen Tags der Händedesinfektion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 5. Mai. Die Zahl der Teilnehmer an der Aktion konnte von ursprünglich 160 Krankenhäusern auf mittlerweile mehr als 980 Einrichtungen gesteigert werden. „Krankenhäuser, die sich an der Aktion beteiligen, nehmen an Fortbildungen teil, bekommen Informationsmaterialien und verpflichten sich, ihren jährlichen Verbrauch an Händedesinfektionsmitteln zu messen“, erläutert Gastmeier. Der Verbrauch an alkoholischem Händedesinfektionsmittel bezogen auf die Anzahl an Patienten pro Tag gilt als ein Surrogatparameter für die Umsetzung der Händedesinfektion. Die Krankenhäuser, die seit Beginn des Projekts mitmachen, hätten ihren Verbrauch innerhalb von vier Jahren um durchschnittlich 36 Prozent, Intensivstationen sogar um 41 Prozent gesteigert, sagt Gastmeier, die zugleich Leiterin des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance nosokomialer Infektionen an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (NRZ) ist. Darüber hinaus hätten viele Krankenhäuser die Ausstattung ihrer Patientenzimmer mit Spendern zur Händedesinfektion deutlich verbessert. Bei regelmäßigen Beobachtungen des Klinikpersonals durch Hygienefachkräfte sei allerdings ermittelt worden, dass die Händedesinfektion nach wie vor nicht ausreiche. In nur 50 bis 60 Prozent der Fälle, in denen das Modell der „Aktion Saubere Hände“ eine Desinfektion vorsehe, sei diese auch durchgeführt worden, sagt die NRZ-Leiterin.

Jährlich gibt es in Deutschland etwa 500.000 Fälle von nosokomialen Infektionen. Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine nationale Kampagne, um die Compliance bei der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen zu verbessern. Sie wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit vom NRZ, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (GQMG) ins Leben gerufen. Sie basiert auf der 2005 gestarteten WHO-Kampagne „Clean Care is Safer Care“.
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