16.09.2020

Hessen erprobt sektorenübergreifende Notfallversorgung

Frankfurt a.M. – In drei hessischen Landkreisen startet im Herbst ein sektorenübergreifendes Modellprojekt zur Notfallversorgung. Zum Einsatz kommt dabei IVENA, ein System zur Ressourcenübersicht in Echtzeit.

Hessen erprobt sektorenübergreifende NotfallversorgungDas Prinzip des Modellprojekts „SaN-Projekt“: Partnerpraxen loggen sich in IVENA ein und stellen ambulante Versorgungsressourcen zur Verfügung. Diese können vom Rettungsdienst bei Bedarf „geblockt“ und die Praxen angefahren werden. Erfordert das Krankheitsbild eine Versorgung im Krankenhaus, fährt der Rettungsdienst mittels IVENA das Krankenhaus in der Nähe mit verfügbaren Versorgungskapazitäten an.

Ambulanter wie stationärer Versorgung stehen die bereits erhobenen Patientendaten – Diagnose, Anamnese, Ersteinschätzung mittels SmED – digital zur Verfügung und müssen nicht erneut erhoben werden. SmED ist ein Instrument zur strukturierten medizinischen Ersteinschätzung, das vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland entwickelt wurde.

Das „SaN-Projekt“ wird ab Herbst in den Landkreisen Gießen, Main-Kinzig und Main-Taunus die ambulante und stationäre Versorgung sowie den Rettungsdienst miteinander verbinden. Daran beteiligt sind verschieden Partner, darunter die Kassenärztliche Vereinigung Hessen, das dortige Ministerium für Soziales und Integration, der Hessische Städtetag und die Landeskrankenhausgesellschaft. Ihr geschäftsführender Prof. Dr. Steffen Gramminger sagt: „Es geht uns darum, dass die Patienten zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorstellig werden und ihnen schnell geholfen werden kann.“ Eine sektorenübergreifende Versorgung der Bevölkerung bilde die Zukunft des Gesundheitssystems.
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