16.12.2020

Herzklappenfehler im Mutterleib behandelt

Linz – Erfolgreich hat das Kinderherzzentrum Linz ungeborene Kinder mit schweren Herzklappenfehlern behandelt – mittels intrauteriner Herzklappen-OP.

Bei mehr als zwei Dritteln von 14 bisher therapierten Kindern ist die Herzschwäche so gebessert worden, dass das eingelagerte Wasser im Körper verschwand und die Kinder lebend das Licht der Welt erblickten. Die Hälfte dieser Kinder lebe jetzt sogar mit einem normalen Zwei-Kammerherz und ohne Einschränkungen, teilt das Herzzentrum mit. Das zeige, dass Ungeborene mit einem schweren Herzklappenfehler und Herzschwäche im letzten Stadium durch einen solchen komplexen Eingriff im Mutterleib gerettet werden können und sogar Chancen auf ein normales Leben haben.
Bei dem Eingriff wird den Angaben zufolge unter Ultraschallkontrolle eine Hohlnadel bis in die rund 1,5 Zentimeter große linke Herzkammer des Ungeborenen eingeführt. Anschließend werden über diesen Zugang die nötigen Instrumente, also Draht und Herzkatheter, über der verengten drei bis vier Millimeter großen Herzklappe positioniert. Dann erfolgt unter Sicht eine mehrmalige Dehnung der Klappe bis wieder ein guter Fluss durch diese Engstelle vorhanden ist. Aufgrund der bereits bestehenden schweren Herzschwäche im Endstadium sind diese Kinder extrem empfindlich und müssen meist während oder gleich nach dem Eingriff medikamentös durch intrakardiale Verabreichung von Adrenalin behandelt beziehungsweise reanimiert werden.
Das Kinderherz-Zentrum Linz am Kepler Universitätsklinikum gilt gemeinsam mit dem Institut für Pränatalmedizin mit über 190 intrauterinen Herzeingriffen europaweit als das größte und weltweit als das zweitgrößte Zentrum für pränatale Herzeingriffe.
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