22.10.2012

Herzinfarkt ist Männersache, Herzinsuffizienz Frauensache

Hamburg – In Deutschland gibt es deutlich weniger Todesfälle durch akuten Herzinfarkt und ischämische Herzkrankheiten. Allerdings konstatieren Experten anlässlich der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) auch: Männer versterben in Deutschland wesentlich häufiger an akutem Herzinfarkt: 30.650 (7,5 Prozent) jährlich, gegenüber 25.000 (5,5 Prozent) Frauen.

„Zwischen dem Ende der 1990er-Jahre und 2010 ist in Deutschland die Sterblichkeit bei akutem Herzinfarkt und den ischämischen Herzkrankheiten (Krankheiten als Folge schlechter Durchblutung) um rund 20 Prozent gesunken“, berichtet DGK-Präsident Prof. Dr. Georg Ertl, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik Würzburg. Im Detail: An chronischen ischämischen Herzkrankheiten verstarben 1998 in Deutschland 95.000 Menschen (11,1 Prozent aller Todesfälle), zuletzt waren es 72.700 (8,5 Prozent). Am akuten Herzinfarkt verstarben 1998 noch 76.000 Menschen (8,9 Prozent), heute sind es 55.500 (6,5 Prozent).
Es gibt allerdinge eine Reihe von Differenzierungen: Herzinfarkt ist Männersache, Herzinsuffizienz Frauensache, so die Fachleute. Männer versterben in Deutschland wesentlich häufiger an akutem Herzinfarkt als Frauen, bei der Herzinsuffizienz ist das Verhältnis umgekehrt. Daran verstarben jährlich 32.500 Frauen (7,2 Prozent) und 15.800 (3,9 Prozent) Männer.
„Die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Krankheiten schwankt stark je nach Region“, bilanziert der DGK-Präsident weiter. Sie betrage zum Beispiel – gemessen an allen Todesfälle – in Baden-Württemberg bei chronisch ischämischen Herzkrankheiten 7,2 Prozent und bei akutem Herzinfarkt 6,5 Prozent, in Sachsen-Anhalt hingegen 11,3 Prozent bzw. 8,5 Prozent (2010).
Der generelle Rückgang der Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist untrennbar mit den beeindruckenden Entwicklungen in der Kardiologie und Herzchirurgie verbunden. „Der Umgang mit solchen innovativen Behandlungsmethoden setzt einen vernünftigen und effizienten Einsatz voraus, bei dem es um Fragen der Qualitätssicherung, der Kosteneffektivität und der Evidenz-Basierung geht“, sagt Ertl. Sicherheit und Nutzen sowie der Akut- und Langzeit-Erfolg müssten belegt werden. Das werde durch den konsequenten Einschluss der Patienten in klinische Studien und Register gesichert.
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