25.05.2009

Herzfehler: Bessere Diagnosemöglichkeiten vor der Geburt

Berlin/Frankfurt am Main – Durch die moderne Medizin werden Herzfehler immer häufiger bereits bei Ungeborenen entdeckt. Den Kindern ermögliche dies eine verbesserte Behandlung.



Risikofaktoren für einen angeborenen Herzfehler seien beispielsweise maternale Diabetes oder Röteln in der Frühschwangerschaft, Mehrlingsschwangerschaften oder das Auftreten dieses Herzfehlers in der Familie. „In der Mehrzahl der Fälle ermöglicht die fetale Echokardiographie entweder einen Herzfehler auszuschließen oder ihn zuverlässig zu erfassen“, erläutert Prof. Dr. Renate Oberhoffer, Kinderkardiologin im Deutschen Herzzentrum München und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. Auch wenn die vorgeburtliche Diagnose für die Eltern erst einmal eine schwere seelische Belastung darstelle, könne die Therapie des Kindes dadurch besser geplant werden. Darauf wies die Herzstiftung zum Tag des herzkranken Kindes am 5. Mai hin. „In dieser Situation ist es für die Eltern wichtig, möglichst bald ein ausführliches ärztliches Beratungsgespräch zu erhalten, um die Auswirkungen des Herzfehlers, die Prognose für das Kind und die Behandlungsmöglichkeiten besprechen zu können“, betont Prof. Dr. Michael Hofbeck, Kinderkardiologe an der Universitätsklinik Tübingen. Die Beratung sollte in einem spezialisierten Zentrum oder einer Schwerpunktpraxis stattfinden, damit sich Geburtshelfer, Kinderkardiologen und gegebenenfalls Neonatologen, Genetiker und Kinderherzchirurgen beteiligen können. „Trotz der psychischen Belastung der Familie“, so Hofbeck, „hat die vorgeburtliche Diagnose eines Herzfehlers sehr viele Vorteile.“ Die Eltern könnten sich in Ruhe und frühzeitig informieren, Entscheidungen für die Zeit nach der Geburt treffen oder Kontakt mit Elternorganisationen herzkranker Kinder aufnehmen.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter