16.12.2019

Heilung für beschädigte Knochen aus dem Labor

Kleve/Kamp-Lintfort – Immer mehr und vor allem ältere Menschen leiden an Osteoporose. Der Abbau der Knochendichte führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Knochenbrüche. Die Hochschule Rhein-Waal forscht zu Materialien, welche die Knochensubstanz schneller heilen lassen.

An neuen Heilungsansätzen für die Krankheit arbeiten Wissenschaftler an der Fakultät für Technologie und Bionik im Rahmen des neugegründeten Netzwerks IP-OSTEO RISE. In dem Verbund kooperieren sieben Universitäten und sieben Industriepartner aus insgesamt sieben EU-Ländern miteinander. Neben der Hochschule Rhein-Waal sind beispielsweise das University College London, die ungarische Szecheny István Universität in Győr sowie die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung in München beteiligt.
„Alle Teilnehmenden forschen an ganz neuen und innovativen Methoden, um beispielsweise den Heilungsprozess bei Knochenbrüchen zu beschleunigen oder die Knochensubstanz schneller regenerieren zu lassen“, sagt Gruppenleiter Prof. Amir Fahmi. Konkret geht es um hybride Nanofasern. Diese werden künstlich hergestellt und an den betroffenen Stellen der Erkrankten eingesetzt, um das brüchige Knochengewebe zu unterstützen. Das knochenähnliche Material wird implantiert und regt direkt am betroffenen Knochen das Zellenwachstum wieder an. Es baut sich mit der Zeit von allein ab und der Knochen ist aus sich heraus wieder erstarkt.
Im März 2020 werden sich die Mitglieder des Forschungsprojekts an der Hochschule Rhein-Waal treffen, um über erste Ergebnisse zu sprechen. Der Verbund wird durch ein Marie-Sklodowksa-Curie Programm innerhalb des EU-Rahmenprogramms Horizon2020 finanziert. Laut der Weltgesundheitsorganisation gehört Osteoporose zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind inzwischen etwa sechs Millionen Menschen davon betroffen.
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