20.02.2017

Gesundheitsberufe: Niedriger Beschäftigungszuwachs

Wiesbaden – 2,8 Millionen Beschäftigte in „medizinischen Gesundheitsberufen“ zählt das Statistische Bundesamt (Destatis) Ende 2015 in Deutschland – 47.000 mehr als Ende 2014. Dieser Anstieg um 1,7 Prozent sei aber insgesamt schwächer als in den beiden Vorjahren: 2014 gab es einen Anstieg um 59.000 bzw. +2,2 Prozent, 2013 um 76.000 bzw. +2,9 Prozent.

Gesundheitsberufe: Niedriger BeschäftigungszuwachsZu den Beschäftigten in medizinischen Gesundheitsberufen zählen etwa jene in der Gesundheits- und Krankenpflege einschließlich Rettungsdienst und Geburtshilfe (+16.000/+1,6 Prozent), in der Arzt- und Praxishilfe (+10.000/+ 1,5 Prozent), in der nichtärztlichen Therapie und Heilkunde (+10 000/+2,6 Prozent) sowie der Human- und Zahnmedizin (+7.000/+1,5 Prozent).
Insgesamt verzeichnet Destatis Ende 2015 rund 5,3 Millionen (+2,2 Prozent) Beschäftigte im deutschen Gesundheitswesen – davon sind über die Hälfte teilzeit- oder geringfügig beschäftigt gewesen (+3,1 Prozent). Für unzumutbar hält Harald Weinberg, Sprecher der Fraktion Die Linke für Krankenhauspolitik und Gesundheitsökonomie, die hohe Anzahl der Teilzeitbeschäftigten: „Solche untragbaren Arbeitsbedingungen könnten mit gesetzlichen Mindestpersonalvorgaben gelöst werden und einer tarifgebundenen dem Arbeitsaufwand angemessenen Entlohnung“, schlägt er vor.
Dennoch gibt es laut Destatis in allen Bereichen einen positiven Trend, vor allem der Wachstum in der Altenpflege (+25.000) sei bemerkenswert.
Das Personal in den (teil-)stationären Einrichtungen verzeichnet einen größeren Zuwachs (+5.000/+2,4 Prozent) als in den ambulanten Einrichtungen (+41.000/+1,9 Prozent). Einen überdurchschnittlich hohen Anstieg gab es in der (teil-)stationären Pflege (+29.000/+4,5 Prozent). Grund: Das Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes am 1. Januar, wodurch eine große Zahl an zusätzlichen Betreuungskräften eingestellt werden musste, erklärt Destatis.
Alle ambulanten Einrichtungen verzeichneten Beschäftigungszuwächse, allerdings in einem unterschiedlichen Ausmaß: Während die ambulante Pflege am stärksten gewachsen ist (+18.000/+5,4 Prozent), ist die Zahl der Beschäftigten in Arztpraxen am geringsten (+3.000/+0,5 Prozent) gestiegen.
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