12.07.2019

Gerinnungshemmer bei OPs: App hilft Ärzten

Freiburg – Die App CHASER erleichtert Ärzten die Vorbereitung von Operationen. Sie gibt Informationen, wie sie Patienten behandeln können, die Gerinnungshemmer nehmen. Deutsche und polnische Ärzte, Forscher und Informatiker haben die Anwendung entwickelt. Bei einem ersten Test ist sie positiv bewertet worden.

Rund 65 Millionen Menschen in Europa nehmen Gerinnungshemmer, um das Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko zu senken. Ärzte müssen vor einer Operation oft die Frage klären: Müssen Antikoagulantien, also Gerinnungshemmer, abgesetzt werden und wenn ja, wann? Die Antwort ist komplex. Medikamente mit neuen Wirkstoffen müssen erst kurz vor einem Eingriff abgesetzt werden und manche gar nicht. Zudem ist das Risiko bei diversen Blutungsgruppen verschieden. Der Forschungsstand dazu ändert sich kontinuierlich. Um Ärzten die Entscheidung zu erleichtern, haben Mediziner und Forscher der Uniklinik Freiburg sowie der Klinik für Kardiologie der Medizinischen Universität Warschau mit Partnern aus den Bereichen Computer-Design und IT eine App entwickelt, informiert die Uniklinik Freiburg.
CHASER (antiCoagulation Help App for SurgERy) hat einen Modus für Ärzte und einem für Patienten. „Den Patienten möchten wir allgemeine Informationen rund um das Thema medikamentöse Gerinnungshemmung und Operation zur Verfügung stellen“, erklärt der an der Entwicklung beteiligte Prof. Arkadiusz Miernik, Leiter der Sektion Urotechnologie der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Freiburg. Die Ärzte erhalten konkrete, evidenzbasierte Informationen zu den geläufigen Standards und eine Behandlungsempfehlung. „Aktuell wird die gerinnungshemmende Therapie oft zu früh vor dem Eingriff beendet und werden die Medikamente mit zum Teil falschen Präparaten ersetzt“, so Miernek. Die App könne das verhindern. Sie sei bereits von Ärzten, Pflegekräften und Patienten getestet und positiv bewertet worden, so die Uniklinik.
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