16.01.2020

Geburtshilfe-Studie: BMG spricht von guter Versorgung

Berlin – Einrichtungen der Geburtshilfe sind gut zu erreichen und Mütter weitgehend zufrieden mit der Hebammenversorgung im Krankenhaus. Aber stellenweise zeigt sich eine Überlastung von Geburtsstationen in größeren Städten.

Geburtshilfe-Studie: BMG spricht von guter VersorgungZu diesen Ergebnissen kommt ein neues Gutachten des IGES Instituts zur stationären Hebammenversorgung, das vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) in Auftrag gegeben wurde. Dafür wurden statistische Bevölkerungs- und Krankenhausdaten ausgewertet sowie Geburtskliniken, Hebammen und Mütter befragt. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart (CDU) erklärt dazu: „Das Gutachten zeigt, dass wir in Deutschland insgesamt über eine gute Versorgung in der Geburtshilfe im Krankenhaus verfügen. Das spiegelt sich in der Zufriedenheit der Mütter wider.“

Wie die Arbeitsbedingungen von Hebammen schnell und wirksam weiter verbessert werden können, soll nun mit Hebammenverbänden und weiteren Beteiligten besprochen werden. Anfang 2019 hatte das BMG „Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Geburtshilfe“ vorgestellt, um eine flächendeckende Versorgung mit Hebammenleistungen auch künftig sicherzustellen. Neben der Vergabe des jetzt vorgestellten Gutachtens gehören dazu unter anderem die bereits erfolgte Einrichtung einer Datenbank zur Hebammensuche durch den GKV-Spitzenverband sowie die Reform der Hebammenausbildung.

Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesundheitsförderung der Grünen-Fraktion, warnt jedoch davor, „die Situation der Hebammen schönzureden“. „Die Personalausstattung in Kliniken muss so bemessen sein, dass für jede Frau während der entscheidenden Phasen der Geburt eine 1:1-Betreuung gewährleistet ist. Hebammen müssen von fachfremden Arbeiten wie Putzen entlastet werden“, fordert sie. Sie spricht sich für bessere Strukturen in der Geburtshilfe aus: familienfreundliche Arbeitsbedingungen für Hebammen und die Zusammenarbeit mit Ärzten auf Augenhöhe.
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