26.06.2009

Forscher suchen Verfahren zur Vermehrung von Stammzellen

Berlin/Würzburg – Aus Nabelschnurblut gewonnene Stammzellen können helfen, schwere Krankheiten zu bekämpfen. Da die Menge des bei der Geburt anfallenden Blutes begrenzt ist, suchen Wissenschaftler der Universität Würzburg nach einer Methode, die Zellen zu vermehren.



„Mit Nabelschnurblut können wir gezielt das körpereigene Potenzial zur Regeneration für therapeutische Ansätze nutzen“, erklärt Prof. Albrecht Müller vom Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung der Universität Würzburg den Wert der Stammzellen. Jedoch fielen bei einer Geburt lediglich rund 50 Milliliter des Blutes an, so Müller. Dies sei für die Behandlung von Erwachsenen meist nicht ausreichend. In einem Forschungsverbund aus Wissenschaftlern aus Aachen, Hannover und Würzburg würden deshalb verschiedene Methoden der Vermehrung von Stammzellen untersucht. Müller konzentriert sich dabei auf die so genannte „Verpackung“ von Genen. Die DNA in Stammzellen liege dicht und fest verpackt im Zellkern vor, wenn das Gen nicht aktiv sei. „Wenn wir die molekulare Maschinerie, die die DNA im Kern verpackt, ein wenig bremsen, könnte das die Aktivität der Stammzell-Gene erhöhen“, vermutet der Wissenschaftler. Dadurch ließe sich möglicherweise die Zahl der Stammzellen erhöhen. An anderen Standorten werde versucht, die Vermehrung der Zellen durch Proteine oder Trägersubstanzen mit nano-strukturierter Oberfläche zu beschleunigen.
Zentral sei für das Projekt auch die Frage der Sicherheit. „Man darf schließlich einem Patienten keine Zellen injizieren, bei denen die üblichen Bremsen nicht mehr arbeiten“, so Müller. Das Forschungsvorhaben wird über die Dauer von drei Jahren vom Bund mit 1,2 Millionen Euro gefördert.
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