25.05.2009

Forscher sehen individualisierte Medizin auf dem Vormarsch

Berlin/Karlsruhe – „Das Gesundheitssystem wird in 20 Jahren von der individualisierten Medizin geprägt sein.“ So lautet das Fazit eines Zukunftsreports des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI).



Dadurch könne sich die Qualität der Versorgung deutlich verbessern, so die Wissenschaftler vom ISI. Das Fraunhofer-Institut stützt sich bei dieser Erkenntnis auf den häufig gemachten Befund, dass gleiche Therapie bei verschiedenen Menschen unterschiedlich anschlagen kann. Umgekehrt könne durch eine maßgeschneiderte Medizin eine bessere Verträglichkeit und damit letztlich höhere Behandlungsqualität erreicht werden. Bisher seien wenig Medikamente oder Therapien auf bestimmte Patientengruppen individualisiert, stellt das ISI fest. Dass sich dies ändert, werde vor allem am wachsenden Kostendruck liegen, prognostiziert das Institut. Es werde in Zukunft immer weniger akzeptiert, unnötige Therapien zu finanzieren. Stattdessen werde im Vorneherein durch differenzierte Labortests oder andere diagnostische Methoden die maßgeschneiderte Behandlung gefunden.
Trotz der optimistischen Einschätzung dieses Versorgungszweiges nennt das ISI in dem Zukunftsreport auch die potenziellen Hemmnisse individualisierter Medizin. Es bestehe noch großer Forschungsbedarf dazu, welche Parameter erfasst werden müssen, um bestimmte Therapieentscheidungen zu treffen. Zudem müsse der Patient auch „datenmäßig die Hosen runter lassen“, so Bärbel Hüsing, Leiterin des Geschäftsfeldes Biotechnologie und Lebenswissenschaften am ISI. Zudem würden Unternehmen der Pharmabranche eher an Massenpräparaten interessiert sein. Das ISI stellt den Report am 27. Mai 2009 im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Bundestages öffentlich vor.
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