18.11.2020

Forschende entwickeln 3-D-Fußgelenke aus Gelatine

Stuttgart – Ein internationales Forschungsprojekt entwickelt derzeit ein Herstellungsverfahren für personalisierte Implantate, die in der Therapie von Sehnen- und Gelenksverletzungen am Fuß eingesetzt werden können. Die Forschenden hoffen, dadurch die Genesungszeit zu verkürzen und die Funktionalität zu verbessern.

Im Rahmen des Projekts Triankle sollen personalisierte 3-D-Implantate aus Kollagen und Gelatine für Patienten mit Tendopathien und Knorpelverletzungen hergestellt werden. Damit die Biopolymere zusammen mit den Wachstumsfaktoren und den Zellen mit einem 3-D-Drucker verarbeitet werden können, müssen sie fließfähig sein. „Wir formulieren und entwickeln daher kollagen- und gelatinebasierte Biotinten, die erst nach dem Drucken durch Quervernetzung der Biopolymere fest werden“, erläutert Dr. Achim Weber vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik. Über den Einbau funktioneller Gruppen soll die Quervernetzung der eingesetzten Biopolymere gesteuert und sichergestellt werden, dass die Kollagene und Gelatine nach dem Druckprozess formstabil werden.

Die zwölf Projektpartner wollen mit ihrer Entwicklung die „kritische Lücke“ an Behandlungsmöglichkeiten für Sehnen- und Gelenkverletzungen schließen. „Keine der derzeit angewendeten operativen oder nicht-operativen Therapien erzielt eine erfolgreiche Langzeitlösung für die Patienten, denn häufig erlangen die betroffenen Sehnen und Gelenke ihre vollständige Stärke und Funktionalität nicht wieder zurück“, heißt es in einer Mitteilung. Durch die personalisierten Implantate soll die Genesungszeit halbiert werden und die Funktionalität des verletzten Gewebes um zehn bis 15 Prozent gesteigert werden.

Am 6. November gab die EU-Kommission grünes Licht für eine Förderung im Rahmen des Horizon-2020-Programms in Höhe von 5,9 Millionen Euro. Die vierjährige Entwicklungsphase beginnt im Januar 2021.
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