18.11.2019

Fast wie echt – Chirurgen üben am Prostatamodell

Stuttgart – Ein Prostatamodell aus dem 3D-Drucker haben Forscher aus Stuttgart entwickelt. Mit dieser menschenähnlichen Attrappe können Chirurgen die endoskopische Entfernung der Drüse üben.

Das realistische Modell wird im 3D-Druck hergestellt und anschließend modelliert. Die Grundlagenforscher des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universität Stuttgart verwenden dafür spezielle biomimetische Materialien, um die richtige Festigkeit, ein realitätsgetreues Aussehen und eine Interaktion mit dem Operationsbesteck zu gewährleisten. Darüber hinaus werden bildgebende Kontrastmittel hinzugefügt, die erst nach der OP die relevanten Zonen sichtbar machen. Dadurch erhält der Chirurg gewissermaßen eine Rückmeldung über die Genauigkeit seiner Resektion. „Das künstliche Organ fühlt sich sehr realistisch an, die Operation fühlt sich an wie eine an einem echten Patienten“, sagt Prof. Arkadiusz Miernik, Oberarzt für Urologie und Sektionsleiter Urotechnologie am Universitätsklinikum Freiburg, wo das Modell getestet wurde. Im Vergleich zu Kadaver- oder Tiermodellen ist es laut Ärzten angenehmer in der Handhabung, spart Zeit und Geld und kann für spezielle Verfahren ausgelegt werden. „Und es liefert wertvolles Feedback, wie man seine chirurgischen Fähigkeiten verbessern kann", so Miernik.
Das Forscherteam um Tian Qiu, Leiter der Cyber Valley Forschungsgruppe „Biomedizinische Mikrosysteme“ an der Universität Stuttgart, und Peer Fischer, Professor für Physikalische Chemie an der Universität Stuttgart und Leiter des „Mikro, Nano und Molekulare Systeme“ Labors am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart, entwickeln noch weitere Organmodelle. Sie wollen damit auch andere chirurgische Verfahren, einschließlich neuer Roboteroperationen, optimieren und systematisch validieren.
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