21.08.2019

Europäische Organ-on-Chip-Gesellschaft gegründet

Stuttgart – Die neu gegründete European Organ on Chip Society (EUROoCS) bietet Wissenschaftlern und Experten diverser Disziplinen eine Plattform zum Austausch über die neue Technologie. Sie hat laut dem koordinierenden Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) das Ziel, die Forschung voranzubringen. Neue Mitglieder sind willkommen.

Organ-on-Chip (OoC) ist eine neue Technologie in der Gesundheitsforschung. Sie kann laut Experten die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen und bietet neue Möglichkeiten der personalisierten Medizin. OoC-Systeme enthalten menschliche Zellen, Gewebe oder Mini-Organe, die ihre eigene Mikroumgebung nachahmen und Gewebefunktionen übernehmen. Sie „können den Bedarf an Tierversuchen reduzieren“, erklärt Vice Chair und Biophysiker Prof. Peter Loskill einen Vorteil. Wissenschaftler könnten mit ihnen auch vorhersagbare menschliche Daten gewinnen – vor den klinischen Studien. Loskill leitet die OoC-Forschungsgruppe am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart.
Er weiß, dass diese komplexe Technologie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Biologie, Ingenieurwissenschaft und Physik erfordert. EUROoCS hat das Ziel, alle Interessengruppen zusammenzubringen, ihnen eine Plattform zu bieten und somit ein Expertennetzwerk aufbauen. Die Gesellschaft will Fallbeispiele identifizieren, die die Vorteile von OoC bei der Entdeckung sicherer und wirksamer Medikamente zeigen. Sie fördert die Entwicklung zuverlässiger Modellsysteme, offener Technologieplattformen, Standardisierungsprozesse und die Diskussion ethischer Aspekte.
Die Gesellschaft ist offen für Forscher, Studierende sowie Vertreter von Industrie und Regulierungsbehörden aus aller Welt. Auch Interessierte an dieser Technologie können Mitglied werden.
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