25.02.2015

Erforschung psychischer Erkrankungen: Patienten können sich beteiligen

Wien (pag) – Wie können psychische Erkrankungen besser erforscht werden? Indem die Betroffenen selbst zu Wort kommen: Die „Open
Innovation in Science“-Initiative der Ludwig Boltzmann Gesellschaft lädt Patienten, Angehörige und Experten dazu ein, bei der Entwicklung von Forschungsfragen mitzuwirken.

Erforschung psychischer Erkrankungen: Patienten können sich beteiligenJeder fünfte Mensch erkrankt laut Statistik im Laufe seines Lebens psychisch, die Leiden sind eine der häufigsten Ursachen für Krankschreibungen in Deutschland. Um die Forschung über diese Erkrankungen besser am tatsächlichen Bedarf der Betroffenen auszurichten, startet die Ludwig Boltzmann Gesellschaft die Initiative „Reden Sie mit!“ (www.redensiemit.org). Damit erhalten Patienten die Chance, Forschungsfragen aktiv mitzugestalten.
„Betroffene verfügen in den meisten Fällen über einen enormen Schatz an Wissen über ihre Erkrankung“, erläutert Dr. Ulrike Schmidt, Leiterin der Trauma Ambulanz des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München. Durch die direkte Beteiligung von Patienten, ihren Angehörigen und Beteiligten wie Pflegern, Psychotherapeuten oder Psychiatern erhoffe sie sich neue Perspektiven für die Forschung. Schmidt ermuntert alle Interessierten: „Reden Sie mit!“
Vorschläge, welche Probleme und ungelösten Fragen aus Vorbeugung, Früherkennung, Diagnose, Behandlung, Betreuung und Begleitung psychisch Erkrankter in der Wissenschaft aufgegriffen werden sollen, können auf einer Online-Plattform eingereicht werden. Das Projekt wird getragen von der österreichischen Ludwig Boltzmann Gesellschaft und unterstützt von einem Advisory Board, dem unter anderem Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Harvard Medical School und der Max-Planck-Gesellschaft angehören.
„Mit der Initiative gehen wir ganz neue Wege in der Wissenschaft: Open Innovation bedeutet, den Forschungsprozess zu öffnen und neue Perspektiven mit einzubeziehen“, so Josef Pröll, Präsident der Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Gerade für psychische Krankheiten sei der Ansatz sehr vielversprechend, da Wissenschaftler ihre Forschung gezielt an den Bedürfnissen der Patienten und ihres Umfeldes ausrichten können.
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