18.11.2019

Eine Brille hilft Angehörigen bei der Pflege

Hamburg – Mit Hilfe einer Brille können sich pflegende Angehörige direkt am Bett Tipps von Experten holen. Nach erfolgreicher Erprobung soll die sogenannte Pflegebrille nun zur Marktreife gebracht werden.

Eine Brille hilft Angehörigen bei der PflegeIn einem Verbundprojekt wurde die Brille seit 2016 erprobt. Diese erste Projektphase ist nun abgeschlossen. Vielversprechend seien die Ergebnisse, teilt die Hamburger Fern-Hochschule mit, die einer der Partner des vom Bundesforschungsministeriums geförderten Projektes ist. Verschiedene Szenarien seien erprobt worden, in denen die Pflegebrille die Zusammenarbeit von Pflegeexperten und „informell Pflegenden“ verbessern kann. Die Idee sei, die Brille in der Wohnung des Pflegebedürftigen zu platzieren, wo allen Beteiligten hilfreiche Informationen etwa zum Medikamentenplan, zu bereits vorgenommenen Maßnahmen oder etwa zum Wundmanagement über die Gläser eingeblendet werden können.
Das Gerät soll vor allem Angehörigen von Pflegebedürftigen zugute kommen. Zum Beispiel bei der Wundversorgung: Über die Datenbrille könne der Pflegende eine Live-Übertragung starten und über die eingebaute Kamera Bilder an einen Wundexperten übertragen. Dieser sei auf diese Weise nicht nur in der Lage, die Handgriffe des Pflegers zu verfolgen, sondern auch direkt Anleitungen und Hinweise zu geben. Ebenso sei es möglich, über die Pflegebrille Anleitungen zum endotrachealen Absaugen zur Verfügung zu stellen. Weitere Einsatzmöglichkeiten des Geräts werden derzeit in der Uniklinik Essen und im Klinikum Nürnberg untersucht. 2020 sollen hier zudem drei bis vier Monate lang konkrete Anwendungen in der Versorgungspraxis getestet werden.
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