18.05.2020

Ein Roboterarm hilft am Krankenbett

Bremen – Am Krankenbett der Zukunft tüftelt das Deutsche Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Und das hat nicht nur vier Füße, sondern auch einen Roboter-Arm.

Ein Roboterarm hilft am KrankenbettKörperliche Belastungen stellen einen der Hauptgründe für Fehlzeiten und Berufsaustritte in der Pflege dar. Um das Personal zu unterstützen und gleichzeitig Pflegebedürftigen mehr Selbstständigkeit zu verleihen, arbeiten die zwei Bremer Forschungsbereiche des DFKI gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe und den Universitäten Oldenburg und Osnabrück an Robotiksystemen und Sensor-Lösungen für Pflegebetten. Das Projekt AdaMeKoR wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,8 Millionen Euro über drei Jahre gefördert. Rund 623.000 Euro fließen an das DFKI in Bremen.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die Entwicklung eines Roboterarms und einer entsprechenden Sensorik zur Überwachung des richtigen Arm-Einsatzes. Der Forschungsbereich Cyber-Physical Systems unter Leitung von Prof. Rolf Drechsler arbeitet an Steuerungsverfahren für einen Roboterarm, damit dieser durch leicht bedienbare Mittel, z.B. einen Joystick, eingesetzt werden kann. Der Arm soll dadurch von Patienten mit Bewegungseinschränkungen als eine Art dritte Hand verwendet werden können. Dazu wird die Robotik auf einem Beistelltisch installiert, von wo aus sie beispielsweise beim Reichen von Gegenständen helfen kann. Am Robotics Innovation Center, geleitet von Prof. Frank Kirchner, werden Konzepte entwickelt, die einen Transfer von Patienten ermöglichen – etwa das Umsetzen vom Bett in den Rollstuhl.
Die vielversprechendsten Konzepte des Projekts werden für eine mögliche Umsetzung am Computer visualisiert. Das Ziel ist ein Demonstrator, der die Möglichkeiten der robotischen, sensorischen und teilautomatisierten Unterstützung im Umgang mit den Gepflegten präsentiert. Durch die physische Entlastung und die Überwachung der Körperhaltung soll unter anderem die Gesundheit der Pflegekräfte erhalten bleiben. Ferner wird die Autonomie der Patienten verbessert.
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