12.07.2019

Ein Roboter macht Skoliosebehandlung zum Spiel

Dresden – Forscher an der Technischen Universität (TU) Dresden wollen die anstrengende Skoliosebehandlung für junge Patienten auflockern. Sie entwickeln einen einfühlsamen Therapieroboter, der dank Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingehen kann.

Ein Therapieroboter, der Kinder und Jugendliche mit Skoliose individuell und einfühlsam behandelt – ihn könnte es in fünf Jahren in Deutschland geben. Forscher des Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) der TU Dresden, der Universität Jena und Mitarbeiter der Biotech-Firmen EvoSense und Diers haben kürzlich mit der Entwicklung begonnen, informiert die TU Dresden.
Im Projekt „KATI – Kindgerecht Automatisieren, Therapie Intensivieren“ wollen die Wissenschaftler bestehende Geräte optimieren und intelligente Biosensoren einsetzen, die während der Behandlung die Vitalparameter der Kinder messen und ihre Leistungsfähigkeit erfassen. Der Roboter soll auf dieser Basis auf die Bedürfnisse von Kindern eingehen, sie auf spielerische Weise behandeln und motivieren können. Die Forscher besprechen deshalb mit jungen Skoliosepatienten wissenschaftliche Fragen zu KATI und beziehen ihre Ideen mit ein.
Die Wissenschaftler wollen mit dem Roboter die Skoliosebehandlung verbessern. „Die Kinder werden die Übungen mit dem Roboter leichter erlernen. Die Behandlung kann deshalb früher und intensiver erfolgen“, betont Projektleiter und Ingenieur Dr. Grzegorz Śliwiński vom IBMT. Die Therapie betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, da die Verkrümmung der Wirbelsäule meist in diesem Alter auftritt. Die Behandlung der etwa 125.000 jungen Patienten ab zehn Jahren gilt als anstrengend und braucht viel Personal. Zwar gibt es Therapiegeräte zur Haltungskorrektur in der EU, doch sie sind in Deutschland bislang nicht zugelassen.
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