21.03.2017

Disruptive Gesundheitstechnologien – was steckt dahinter?

Wien – Das österreichische Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (HTA) hat sich mit dem Begriff „disruptive Gesundheitstechnologien“ beschäftigt. Die zentrale Frage lautet: Handelt es sich dabei um alten Wein in neuen Schläuchen?

Der Begriff „Disruptive Technologien“ wurde in anderen Branchen eingesetzt – Stichörter sind Uber oder AirBnB – um die ernsthafte Bedrohung etablierter Sektoren durch neue Dienstleistungen und Technologien zu bezeichnen. Wie sieht es im Gesundheitswesen aus: „Werden wir mit einem weiteren Schlagwort aus dem Marketing konfrontiert oder ist tatsächlich eine reflektierte Abgrenzung zum inflationär gebrauchten Begriff Innovation der Hintergrund“, fragt Institutsleiterin Dr. Claudia Wild.
Sie verweist auf den Bericht eines von der Europäischen Kommission eingesetzten Panels „Effective Ways of Investing in Health“. Nicht-disruptive „inkrementelle“ Neuheiten bauten demnach auf der kontinuierlichen Verbesserung etablierter Systeme und Leistungen auf; disruptive Innovationen dagegen ersetzten bestehende Strukturen, Prozesse, Produkte, Dienstleistungen und Technologien völlig. Charakteristika disruptiver Gesundheitsleistungen, so der Bericht, seien niedrigere Kosten und erleichterter Zugang zu Leistungen, Personen-/Patienten-zentrierte Leistungserbringung, neue professionelle Rollen und kultureller Wandel. Als Beispiele werden kurative Leistungen (regenerative Technologien, Immunotherapie), dezentrale, gemeindenahe und integrierte Dienstleistungen, multimodale Personen-zentrierte Therapiekonzepte und nicht zuletzt der Transfer von Kompetenzen zu vielfältigen Gesundheitsprofessionen genannt: die Ermächtigung zur Erbringung von Aufgaben, die bislang von Ärzten ausgeübt wurden.
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