16.12.2019

Digitalisierungsthesen: Chirurgen werben für Datenspende

Berlin – 25 Thesen zur Digitalisierung aus Sicht der Operateure stellt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) vor Journalisten vor. Der Vorstand begrüßt die neuen technischen Möglichkeiten – als sinnvolle Ergänzung zur Arbeit der Chirurgen. „Unsere Profession wird auf absehbare Zeit aber nicht ersetzt werden“, betont DGCH-Präsident Dr. Thomas Schmitz-Rixen.

Prof. Hubertus Feußner sieht viel Potenzial in der freiwilligen Datenspende. „Das ist ein Pfad, den man gehen muss“, sagt der Vorsitzende der DGCH-Sektion für minimalinvasive Computer- und Telematik-assistierte Chirurgie. „Die Überlassung von eigenen Gesundheitsdaten zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten in der Medizin durch den Patienten selbst ist ein wertvoller Beitrag zur Verbesserung der Datenbasis“, heißt es dazu im Thesenpapier. Doch wollen das die Bürger überhaupt? DGHC-Generalsekretär Hans-Joachim Meyer ist sich sicher: „Schwer erkrankte Patienten sind generell bereit, ihre Daten zur Verfügung zu stellen.“ Auf Meyers Initiative hin hat die Projektgruppe „Digitale Transformierung“ die 25 Thesen ausgearbeitet. Mit dabei sind nicht nur Chirurgen, sondern auch Ingenieure und Informatiker.
Diese Zusammenarbeit mit Forschung und Entwicklung ist auch für die Zukunft immens wichtig, sagt Feußner, der auch Sprecher der Projektgruppe ist. Die DGHC erhofft sich von der Digitalisierung eine individualisiertere, effektivere, effizientere und sichere gesundheitliche Versorgung der Patienten. Wichtig sei aber, dass die „Non-Digital-Natives“ – die Menschen, die mit den neuen Technologien in der Medizin fremdeln – nicht vernachlässigt werden. „Analoge Verfahrenswege müssen deshalb alternativ erhalten und zur Verfügung gestellt werden“, heißt es im Thesenpapier. Hoffnung setzt Feußner zudem in die Surgical Data Science, die chirurgische Datenwissenschaft. Das Ziel: die digital verfügbaren Informationen strukturiert nutzbar machen.
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