16.07.2020

Digitale Gesundheit: Hilfe erwünscht

München/Berlin – Die Bürger benötigen Unterstützung bei der Auswertung ihrer digitalen Gesundheitsdaten. Das ist die Quintessenz einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK).

Digitale Gesundheit: Hilfe erwünschtDemnach wünschen sich acht von zehn Deutschen, dass sie von einem Arzt oder anderen Experten bei der Auswertung der Informationen aus den digitalen Angeboten unterstützt werden. Mehr als die Hälfte will, dass die Krankenkasse diese in einem persönlichen Gespräch vorstellt.
Generell hätten laut Umfrage nur wenige Bürger Erfahrungen mit digitaler Gesundheit. Zwar suchten mittlerweile knapp 60 Prozent der Deutschen nach solchen Informationen im Internet, aber andere Angebote würden bisher selten genutzt. Am ehesten kämen sogenannte Smart Devices und Wearables wie zum Beispiel Fitnessuhren zum Einsatz. Sieben Prozent hätten diese Geräte bereits genutzt.
„Die Ergebnisse spiegeln aus meiner Sicht auch viel Unsicherheit und Unkenntnis wider“, glaubt Dr. Gabriele Gonschor, Leiterin Neue Versorgungsangebote bei der SBK. „Viele wissen nicht, was ihnen die digitalen Anwendungen in ihrem ganz individuellen Fall bringen.“ Es mangele an einer umfassenden Aufklärungsarbeit von Kassen und Ärzten. Mediziner und Krankenkassen hätten lediglich fünf Prozent der Befragten digitale Anwendungen empfohlen.

Aktuelle Umfragen des Digitalverbands Bitkom sehen allerdings eine große Bereitschaft in der Bevölkerung für Angebote der digitalen Gesundheit. Apps als Kassenleistung würden demnach fast 60 Prozent nutzen wollen, rund drei Viertel die elektronische Patientenakte, zwei Drittel das elektronische Rezept und 45 Prozent eine Videosprechstunde. Während YouGov dafür bisher nur sehr wenige Nutzer (zwei Prozent) ermittelt hat, sind es laut Bitkom aktuell 13 Prozent. Allerdings fragte der Digitalverband Anfang Juli zuletzt nach diesem Angebot, die SBK-Umfrage dagegen stammt aus dem Juni.
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